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Folge 29-22 vom 22. Juli 2022 / Leserforum

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 29-22 vom 22. Juli 2022

Leserforum

Neue Art des Kalten Kriegs

Zu: Geopolitische Schicksalstage (Nr. 27)

Es ist nach Fristablauf immer heilsam, wenn man (wie der gute Kaufmann) zur Wertermittlung seines Vermögens eine Bilanz erstellt. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR sind dreißig Jahre nahezu ungenutzt vergangen, um vormals sowjetischen Ländern die Integration in unsere europäische Politikfamilie schmackhaft zu machen. Im Gegenteil, wir ertappen uns heute dabei, dass wir schon fast wieder ähnliche Begriffe („westliche Wertegemeinschaft“) verwenden, die einst im „Kalten Krieg“ benutzt wurden, nur mit dem Unterschied, dass wir uns heute nicht in einem „kalten“, sondern in einem „heißen Krieg“ befinden, über dessen Temperaturen wir derzeit noch nicht abschließend berichten können. 

In Russland wird politisch wie strategisch kein Ziel des einstigen „kalten Krieges“ verfolgt, sondern man sieht die Notwendigkeit, sich das nach dreißig Jahren totgelaufene Modell der Globalisierung wehrhaft vom Hals zu halten und auch nicht unmittelbar an seinen Grenzen zu dulden. 

Immer mehr Länder auf dieser Welt erkennen, worin die Anhängigkeiten von Krediten der westlichen Hemisphäre führen und fürchten die Versklavung und Enteignung. Galt noch vor Jahren der Grundsatz „Wandel durch Handel“, so ist jetzt auch der Handel durch Ausbringung von Boykottmaßnahmen zu einer Form des kalten Krieges mutiert.

Ein Europa der Vaterländer unter Einbeziehung des russischen Volkes ist als Chance vertan worden, hier sind ganz bestimmt Hochmut und Halbherzigkeit als Triebfeder auszumachen. Dabei hätte gerade Russland kooperative Hilfe bei der Umstellung von der Plan- zur Marktwirtschaft ohne Einmischung in die inneren Angelegenheiten dringend gebrauchen können. Stattdessen befinden wir uns nun wieder im Kräftemessen zwischen den altbekannten Blöcken. Welchen Vorteil erreichen wir, wenn Finnland und Schweden beitreten und die Ostsee so zu einem NATO-Gewässer machen? Deutet ein solcher Schritt in Richtung Frieden oder bedeutet er Konfrontation? Wie kann Politik nur so instinktlos sein?

Die weltweit wirtschaftlichen Erfordernisse erzwingen die Notwendigkeit, alle Nationen in einer Menschheitsfamilie mit einer pluralen Mächteordnung zu integrieren, eine andere Überlebensform besteht auf Dauer nicht. Das setzt eine unvoreingenommene Politik voraus, die nicht vom Willen getrieben ist, ruinös für die Gegenseite aufzutreten und das Heil in milliardenschweren Rüstungsprogrammen zu suchen. Strategien zur Problemlösung sollten immer von dem Willen getragen sein, für alle Seiten ein tragbares Konzept bereit zu halten. 

Da wir uns also schon nicht gegenseitig besiegen können, sollten wir uns darauf besinnen, wie wir Probleme, die uns auf den Nägeln brennen, zum Wohle aller lösen. Keine Panzer, nicht einmal die der Schildkröten, lassen sich essen.

Rudolf Neumann, Ahrensburg






Hund und Hase

Zu: „Ja, hinterher ...“ (Nr. 26)

Erst bringt uns die „Ampel“ in diese prekäre Lage, dass sie quasi in einer tollen-dreisten Nacht- und Nebelaktion den Gashahn von deutscher Seite aus selbstständig zugedreht, um sich dann zu beklagen, dass kein Gas mehr aus Russland bei uns abkommt. Wer das ausbaden muss, ist doch klar wie Kloßbrühe – wir die Bürger hier im Lande, die einst so dumm waren, diese „Ampel“ in Amt und Würden zu wählen.

Ja, mit dieser „Wenn der Hund nicht geschissen hätte, hätte er den Hasen gekriegt-Politik“, da lässt sich einfach noch viel zu viel Staat im Staate machen. Eine Hollywood-Schauspielerin sagte da einst: „Wenn ich immer alle Regeln befolgt hätte, hätte ich es nie zu etwas gebracht.“

Damals hatte die Monroe mit diesem Spruch zweifelsohne nicht ganz unrecht, doch deren Weisheit schert diesen jetzigen Ampel-Spezial-Trupp heutzutage jedoch nicht die Bohne.

Riggi Schwarz, Büchenbach






Der sinn von Mückenstichen 

Zu: Notfalls mit Gewalt (Nr. 24)

Seit den über zehn Jahren, die ich in Süddeutschland lebe, habe ich keine Mücke mehr gesehen oder bin gar von einer solchen gestochen worden. Allerdings gibt es jedes Jahr über das Radio Informationen über das Drohen einer Mückenplage und die Ankündigung von entsprechenden vorbeugenden Maßnahmen, wie dem Einsatz von größeren Mengen von Chemikalien, auch in Pfützen. 

Abgesehen vom Tod anderer Kleinlebewesen und Insekten, den man billigend in Kauf nimmt, verlieren die Vögel dadurch einen Teil ihrer Ernährungsgrundlage und zum anderen trinken sie dann aus den vergifteten Pfützen. Aber vielleicht ist das auch so gewünscht, denn es kann nicht alles, was in ähnlicher Weise geschieht, blinder Eifer sein. Denn Vögel stören nur, wenn man vorhat, zum Transport von Post oder aus wirtschaftlichen Gründen Drohnen durch die Luft sausen zu lassen. Schließlich wurden schon einige Arten der freilebenden Waldbiene durch das Abholzen von blühenden Gewächsen, wie Brombeer, Himbeer und Holunder in ganz Deutschland zum Nutzen der Imkerei ausgerottet. Aber da in der Natur alles seinen Sinn hat, kann man davon ausgehen, dass Mückenstiche ebenfalls einen haben. Vielleicht schützen sie sogar vor Dummheit. Wer weiß das schon?

Karin Johansen, Eisingen






Ein neues „Goldenes Kalb“?

Zu: Größter Kunstfehler aller Zeiten (Nr. 25)

Diese Zwischenbilanz braucht fortlaufende Erweiterung. Bei einem „gigantischen Medizin-Skandal“ wird es nicht bleiben. Die Politik, die Pharmaindustrie, höchste Wirtschaftsunternehmen, vermeintliche Virologen und Epidemiologen und die Staatsmedien nutzten die sogenannte Corona-Pandemie, um unsere Grundrechte auszuhebeln.

Es herrscht Unfrieden im Lande, nicht nur wegen Corona, sondern auch durch Corona. Familien und Freundschaften sind dadurch gespalten. Wir sollen einander uneins sein. Maskenhersteller, Testproduktion und Pharmaindustrie erzielen gigantische Gewinne. Wer da alles mitverdient, ist ein eigenes Thema. Einschließlich der Impfärzte sind sie alle einer Haftung entbunden. Für Impfschäden wird niemand zur Verantwortung gezogen.

Eine neue Religion ist geschaffen worden. Corona ist das Goldene Kalb des 21. Jahrhunderts. Es ist eine Verhöhnung Gottes. Selbst die Kirchen verneigen sich davor, mit Ausnahme weniger Pfarrer. Künstliche Intelligenz und der Neue Mensch – das soll unsere Zukunft sein? Eine Bilanz besteht immer aus Aktiva und Passiva, wir sehen zurzeit nur die Passiva. Wie soll die Schlussbilanz ausfallen und wie lange wird sie noch brauchen, um uns vorzuliegen?

Zurzeit leben einige sehr gut von dem „Goldenen Kalb“, aber wir behalten die Zuversicht und Überzeugung, dass es nicht so bleiben wird. Gerechtigkeit hat am Ende immer gesiegt, das hat uns die Geschichte gelehrt. 

Hans-Ulrich Kaßner, Bautzen






Ein entschiedener Kampf

Zu: Kulturkampf (Nr. 24)

Wieso wurde hinter dem Kolumnen-Titel „Kulturkampf“ nicht ein Fragezeichen gesetzt? In Deutschland haben längst sämtliche Kulturen der Welt – gemäß den jahrzehntelangen multikulturellen Forderungen grün-linker Ideologen – die Oberhand gewonnen. Somit dürfte es kaum noch einen Kampf um die Reste einer verbliebenen deutschen Kultur oder einer Kulturnation geben. Insofern ist der „Kulturkampf“ wohl längst entschieden worden. 

Manfred Kristen, Freital