05.03.2024

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 46-22 vom 18. November 2022 / Gaskrise / FDP plädiert für Aufhebung des Fracking-Verbots / Ampelpartner bleiben indes stur – Finden aber nichts am Import des gleichen Gases aus dem Ausland

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 46-22 vom 18. November 2022

Gaskrise
FDP plädiert für Aufhebung des Fracking-Verbots
Ampelpartner bleiben indes stur – Finden aber nichts am Import des gleichen Gases aus dem Ausland
Hermann Müller

In Deutschland ist seit 2017 die kommerzielle Nutzung des unkonventionellen Frackings zur Erschließung von Gasvorkommen in Ton-, Schiefer- und Mergelgesteinen verboten.  Die seinerzeit regierende Große Koalition aus Union und SPD begründete das Verbot dieser Fördermethode mit dem Ziel, Trinkwasser und Naturlandschaft schützen zu wollen. 

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in das Speichergestein verpresst. Zusammen mit der Weiterentwicklung der Horizontalbohrtechnik hat das Fracking von Schiefergasvorkommen in den Vereinigten Staaten zu einem massiven Aufschwung in der Erdgasförderung geführt. Innerhalb weniger Jahre konnten die USA sogar unabhängig von Energieimporten werden und zu einem Exporteur von Gas aufsteigen. 

Angesichts der Energiekrise in Deutschland plädiert Bundesfinanzminister Christian Lindner nun dafür, das hierzulande bestehende Verbot, unkonventionelle Erdgasvorkommen zu erschließen, wieder aufzuheben. Expertenschätzungen gehen dahin, dass Deutschland ein Potential an solchen Gasvorkommen im Bereich von 300 Millionen bis zu zwei Milliarden Kubikmeter hat. 

In Widerspruch verstrickt

Zum Vergleich: Im vergangnen Jahr verbrauchte Deutschland 90,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Der FDP-Bundesvorsitzende will angesichts der Krise das Verbot der Erdgasförderung in Deutschland durch Fracking auf den Prüfstand stellen. „Wir haben in Deutschland erhebliche Gasvorkommen, die gewonnen werden können, ohne das Trinkwasser zu gefährden.“ 

Lindner sagte mit Blick auf diese einheimischen Gasvorkommen, die Förderung sei auch unter ökologischen Voraussetzungen verantwortbar. Es wäre falsch, aus ideologischen Festlegungen auf Fracking zu verzichten, so der FDP-Chef. 

Die Diskussion um die Nutzung von Gas, das durch unkonventionelle Förderverfahren erschlossen wird, ist hierzulande von einem großen Widerspruch geprägt. Die Politik setzt große Hoffnungen darauf, auch mit Flüssiggasimporten aus den Vereinigten Staaten hierzulande eine Gasmangellage zu verhindern. Gefördert wird dieses Gas aber zumeist mit Hilfe der unkonventionellen Fördermethoden, die in Deutschland aus Umweltschutzgründen verboten wurden. Ein Verbot solcher Gaseinfuhren war allerdings weder für die Große Koalition noch für das amtierende Ampelbündnis bislang ein Thema.

Lindners Vorschlag, das unkonventionelle Fracking auch in Deutschland zu erlauben, wurde inzwischen vom Bundesumweltministerium zurückgewiesen. Ein Sprecher des von der Grünen Steffi Lemke geführten Ministeriums sagte: „Fracking-Gas ist klimaschädlich und seine Förderung schadet der Umwelt.“ Der Sprecher des Umweltministeriums erklärte: „Daher ist die Förderung in Deutschland aus gutem Grund verboten.“ Auch von den Sozialdemokraten kommt Gegenwind. Die SPD-Energieexpertin Nina Scheer führte gegenüber dem „Handelsblatt“ an: „Fracking steht für eine Vielzahl von Bohrlöchern und Folgerisiken für Trinkwasser, Erdbebengefahren und Klimafolgeschäden und ist deswegen abzulehnen.“