12.03.2026

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Folge 50-22 vom 16. Dezember 2022 / Ukrainekrieg / Was die Gruppe Wagner in Russlands Nachbarland treibt / Das brutale Ende Jewgenij Nuschins könnte nicht nur der russischen Söldnertruppe schaden, sondern auch Kiew

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 50-22 vom 16. Dezember 2022

Ukrainekrieg
Was die Gruppe Wagner in Russlands Nachbarland treibt
Das brutale Ende Jewgenij Nuschins könnte nicht nur der russischen Söldnertruppe schaden, sondern auch Kiew

Die Gruppe Wagner wurde 2014 aufgestellt, um in der Ostukraine zu kämpfen, und ist seit diesem Februar auch in weiteren Teilen der Ukraine im Einsatz. Dabei erleidet das private Militärunternehmen erhebliche Verluste.

Diese werden unter anderem durch die massenhafte Rekrutierung von verurteilten Insassen russischer Straflager ausgeglichen. Wer sich freiwillig für sechs Monate Kriegsdienst meldet, dem winken eine Amnestie sowie ein monatlicher Sold von umgerechnet 1600 Euro. Außerdem sollen die Angehörigen im Todesfall Entschädigungen in Höhe von 80.000 Euro erhalten. Neuerdings verpflichtet die Gruppe Wagner auch Nicht-Russen aus der Türkei, Serbien, der Tschechei, Polen, Ungarn, Kanada, Moldau, Deutschland und einigen lateinamerikanischen Staaten.

Über die Einsätze der Gruppe Wagner im aktuellen Ukrainekrieg wurde bislang nur wenig bekannt. Möglicherweise zeichnete sie für die gescheiterten Attentate auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verantwortlich. Ansonsten weisen vom Bundesnachrichtendienst (BND) abgehörte Funksprüche darauf hin, dass die Paramilitärs an Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folterungen von Zivilpersonen beteiligt waren. Deren Zweck bestand offensichtlich darin, die ukrainische Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen, um so deren Durchhaltewillen zu brechen. Ein maßgeblicher Akteur scheint hierbei die Wagner-Einheit Rusitsch gewesen zu sein, die unter dem Kommando des bekennenden Rechtsradikalen Alexej Miltschakow steht.

Die Moral innerhalb der Gruppe Wagner hat inzwischen deutlich nachgelassen, weil die Altgedienten beklagen, an der Seite von schlecht ausgebildetem „Gesindel“ kämpfen zu müssen. Mittlerweile ist sogar die Rede davon, dass die private Söldnertruppe zu einem „Strafbataillon“ verkommen sei. 

Wenig rufförderlich dürfte darüber hinaus die brutale, in den sozialen Medien gezeigte Ermordung des Wagner-Überläufers Jewgenij Nuschin durch Hammerschläge auf den Kopf sein. Nuschin war einer der rekrutierten russischen Strafgefangenen, entschloss sich dann aber, auf die Seite der Ukrainer zu wechseln. Er wurde angeblich im Rahmen eines Gefangenenaustausches an Russland übergeben und dann von Wagner-Leuten exekutiert. 

Sollten sich die Angaben über Nuschin und dessen gewaltsames Ende als wahr erweisen, würde es die russischen Soldaten in Zukunft voraussichtlich davon abschrecken, der ukrainischen Aufforderung zu folgen, freiwillig in Gefangenschaft zu gehen.W.K.