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Folge 02-23 vom 13. Januar 2023 / Aserbaidschan / Auf Distanz zu Teheran und Moskau / Wegen der Unruhen im Iran und des Ukrainekriegs wagt Präsident Ilham Alijew die Konfrontation

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 02-23 vom 13. Januar 2023

Aserbaidschan
Auf Distanz zu Teheran und Moskau
Wegen der Unruhen im Iran und des Ukrainekriegs wagt Präsident Ilham Alijew die Konfrontation
Bodo Bost

Den Krieg in der Ukraine und die Proteste im Iran hat der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew genutzt, um sich sowohl gegen die Russische Föderation als auch gegen deren Verbündeten Iran neu zu positionieren. 

Am 23. Oktober ließ Alijew das staatliche Fernsehen drohen, dass sich die aserbaidschanisch besiedelten Landesteile im Nordwesten des Iran angesichts der Unterdrückung der Proteste abspalten könnten. Solche Töne gegenüber dem mächtigen südlichen Nachbarn sind in der Geschichte der ehemaligen Sowjetrepublik neu. Bislang hatte umgekehrt der Iran damit gedroht, dass es auf Aserbaidschan Anspruch erhebt. Offenkundig sieht Alijew das Mullah-Regime in Teheran bereits straucheln.

Einen Tag später legte Alijew nach, diesmal gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Alijew noch zwei Tage vor dem Beginn des Ukrainekrieges an seinen langen Tisch zitiert und gedemütigt hatte. Wiederum im Staatsfernsehen ließ Alijew Russland als „Aggressor und Besatzer“ beschimpfen. Mehr noch: Das Fernsehen bezeichnete Putin als Verbrecher in der Ukraine. So deutlich war eine Kritik an Putin von einer Ex-Sowjetrepublik – ausgenommen den baltischen Staaten, die NATO-Mitglieder sind – bislang noch nicht zu hören gewesen. 

Alijew wittert Morgenluft

Zuletzt hatte Alijew während des Treffens der von Russland dominierten Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) in der Hauptstadt des benachbarten Eriwan über Russland gespottet und behauptet, dass Aserbaidschan in dieser Staatengemeinschaft mehr Freunde habe als Russland, obwohl es kein Mitglied dort ist. Gemeint waren die Länder Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan. Diese Ex-Sowjetrepubliken will Aserbaidschan nun auf seine Seite ziehen, um gegen den Iran und Russland vorzugehen. Auch Erdoğan liebäugelt mit diesen Ländern für sein Projekt Turan, der Vereinigung aller turksprachigen Länder Asiens. 

Die Ansage Alijews galt auch den muslimischen Bewohnern Russlands, vor allem denen in Dagestan. Die zur Russischen Föderation gehörende Republik grenzt nördlich an Aserbaidschan und ihre Bewohner wollen sich zunehmend der Beteiligung am Ukrainekrieg entziehen. Der Kaukasus, das weiß Alijew, ist seit dem Zerfall der Sowjetunion nie zur Ruhe gekommen. Der Ukrainekrieg und die dadurch bedingte Schwächung Russlands bietet den anderen muslimischen Kaukasusvölkern die Chance, sich von Moskau zu lösen. Alijew hat gemerkt, dass die immer engere Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran langfristig ihm in die Hände spielt, vor allem, wenn eine oder beide Regierungen stürzen sollten. 

Gemeinsamkeiten mit Erdoğan 

Ähnlich denkt offenbar der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Erdoğan, der Aserbaidschan als Brudervolk bezeichnet, strebt auf Kosten Armeniens zunächst eine türkisch-aserbaidschanische Konföderation an. Diese könnte Armenien zerschlagen, denn Russland und der Iran sind die einzigen Garantiemächte für den Bestand Armeniens. Sie könnten aber auch den ungeliebten kurdischen Unabhängigkeitsbestrebungen ein Ende bereiten. 

Die Kurden sind Erdoğans Hauptfeinde, weswegen er sogar mit den Terroristen des Islamischen Staates gegen sie gemeinsame Sache gemacht hat. Erdoğan möchte die 20 Prozent Kurden in der Türkei isolieren und seine Südgrenze von den Kurden ethnisch säubern. 

Es kann Erdoğan nicht gefallen, wenn als Ergebnis des Aufstandes im Iran ein autonomes Iranisch-Kurdistan herauskommen sollte. Erste Komitees eines befreiten Kurdistan im Iran existieren schon. Die Kurden im Iran könnten sich mit denen im Irak und Syrien vereinen. Der neue kurdische Staat wäre größer als Syrien. 

Erdoğan blickt bereits nach Süden auf das vermeintlich zu verteilende Staatsgebiet Syriens. Dort hat er eigene Verwaltungszonen eingerichtet, in die irgendwann einmal die syrischen Immigranten aus der Türkei abgeschoben werden sollen. Dann gibt es an der Grenze Syriens zur Türkei keine kurdische Bevölkerungsmehrheit mehr, sondern eine arabische mit Sympathien für die Türkei. 

Die Kontrolle über das 2018 widerrechtlich besetzte kurdisch verwaltete autonome Gebiet Afrin in Syrien hat Erdoğan vor Kurzem an die Terrorgruppe Hayat Tahrir al Sham (HTS), einem ehemaligen Al-Kaida-Ableger, übergeben. Die bauen dort im Sinne der Ideologie der Muslimbrüder einen eigenen islamischen Staat auf.


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