Rechtsverdreher
Zu: Bahnschäden durch Graffiti (Nr. 26)
Es ist schon erschreckend, dass in Deutschland („Im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. Oktober 2020) allein über zwölf Millionen Euro für die Entfernung von Graffiti ausgegeben werden muss. Dazu kommen noch die Kosten für die Beseitigung der Vandalismus-Schäden. Insgesamt eine Summe in einer Größenordnung von rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Als früherer Mitarbeiter/Sachbearbeiter der DB AG für solche Angelegenheiten könnte ich noch mehr dazu sagen.
Interessant (und erschwerend) kommt hinzu, dass diese Täter zumeist durch Rechtsanwälte vertreten werden, die natürlich jede Beteiligung ihrer Mandanten rundweg ablehnen. Mein Vorgesetzter hatte dazu einmal gemeint: „Fragen Sie den Rechtsanwalt K. doch einmal, ob er auch bereit wäre, unsere, das heißt die Interessen der DB AG zu vertreten.“ Daraufhin mussten wir beide lächelnd und vielsagend den Kopf schütteln.
Roland Auerbach, Osthofen
Bier aus Ponarth
Zu: Nordostpreußen als Freilichtmuseum (Nr. 26)
Sehr geehrte Redaktion, großes Lob und besten Dank für die Publikation über die „Hüter der Ruinen“, eine der erfolgreichsten Freiwilligen-Initiativen der letzten Jahre! Ich möchte nur noch auf einen kleinen Fehler hinweisen, wenn es heißt: „Nicht weniger aktuell wird der Komplex der ehemaligen Bierbrauerei Ponarth bei Ragnit sein.“ Die Bierbrauerei Ponarth (keineswegs ehemalig, denn dort wurde und wird nach wie vor Bier gebraut) steht nicht bei Ragnit am Fluss Memel, sondern im Süden von Kaliningrad im Vorort Ponarth (heute Moskowskij Stadtbezirk).
In Ragnit (heute heißt die Stadt Neman) befindet sich die Burg, die ebenfalls von „Ruin Keepers“ unterstützt wird. Der dortige Geschäftsmann Iwan Artjukh hat sich der Burg angenommen und baut sie auf. Sie ist jetzt schon eines der schönsten Reiseziele geworden, nicht zuletzt dank seiner Käserei „Tilsit – Ragnit“, wo natürlich auch der berühmte Tilsiter Käse wieder hergestellt wird.
Svetlana Kolbaneva, Königsberg
Fatales Startsignal
Zu: Den Vertrag gebrochen (Nr. 26)
Die Etablierten haben einen Kardinalfehler begangen. Sie unterminieren das Wohlstandsmodell, es wankt bereits. Was Jahrzehnte als Maulkorb und Stillhaltefessel funktionierte, wird im allgemeinen Zerstörungswahn auch noch preisgegeben. Das ist das Startsignal für die Selbstauflösung des Systems. Also warten wir das mal ab, vorher ist ohnehin nichts mehr zu tun.
Chris Benthe, Dresden
das Gesundheits(un)wesen
Zu: Beitragserhöhungen sollen Milliardenlücke schließen (Nr. 25)
Jedes Jahr eine „kleine“ Beitragserhöhung? Das soll helfen, die fatalen Fehlentscheidungen der Regierungen Merkel und Scholz im Gesundheitswesen zu beseitigen? Keine der bisherigen Erhöhungen hat zu echten Verbesserungen des Gesundheitswesens geführt. Bestenfalls wurde geflickt. Der Bundesfinanzminister macht es sich zu einfach, indem er erklärt, dass der Staat nicht in die Bresche springen kann. Er hat jedoch dieses Dilemma zu vertreten.
Ein Problem ist, dass in Deutschland viele Hunderttausende Menschen leben, die keiner versicherungspflichtigen/steuerpflichtigen Tätigkeit nachgehen (in sehr vielen Fällen seit Generationen). Diese Menschen erhalten die gleichen Leistungen (und mehr) wie jeder Mensch, der acht bis zwölf Stunden täglich arbeitet, und es reicht trotz allem nicht, den Lebensunterhalt zu sichern.
Es ist schon erschreckend, wenn Doris Pfeiffer, die Chefin des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen, über Kürzungen von Leistungen bei Behandlungen spricht. Solange in Deutschland zwingend erforderliche Operationen nicht durchgeführt werden können (Krebsoperationen, einschließlich aller dafür erforderlichen Voruntersuchungen), muss sich keiner Gedanken über Leistungseinschränkungen machen.
Im Übrigen ist die Äußerung von Frau Pfeiffer, ob alle Behandlungen immer sinnvoll und notwendig seien, ein ganz alter Zopf. Diese Diskussion gibt es seit Jahrzehnten auch zu Recht. Aber die Verantwortlichen haben sich zu keiner Zeit mit diesem Thema ernsthaft auseinandergesetzt. Genauso wie Frau Pfeiffer das Thema Leistungseinschränkung bei Behandlungen angehen will, muss sie sich auch Gedanken darüber machen, wie sinnvoll viele Medikamente sind. Aber in Deutschland hat man offensichtlich Probleme damit, zwischen zwingend und nicht erforderlichen Medikamenten zu unterscheiden.
Festzuhalten ist, dass ständige Beitragserhöhungen auf Dauer keine Milliardenlücke schließen können. Es sei denn, wir wollen das Gesundheitswesen immer weiter in den Abgrund führen.
Heinz-Peter Kröske, Hameln
Unbelasteter Sportplatz
Zu: Tickende Zeitbomben in Brandenburg (Nr. 24)
Der Truppenübungsplatz von Jüterbog war während des Krieges noch nicht munitionsbelastet: Er wurde von uns auch als Schulsportplatz genutzt, und wir mussten dort Heilkräuter (Birkenblätter, Schachtelhalm, Schafgarbe, Heidekraut) sammeln. Wenn der Platz nicht durch die NVA genutzt wurde, können „tickende Zeitbomben“ also nur von der russischen Armee verursacht worden sein.
Dr. Dr. Hans-Joachim Kucharski
heruntergekommene Stadt
Zu: Montags ist Ruhetag (Nr. 23)
Das ist eine wunderbar idyllische Beschreibung meiner Heimatstadt Marburg. Leider haben Sie übersehen, dass die Oberstadt einen erschreckenden Leerstand bei ehemals kleinen Geschäften hat, dass alle Laternenpfähle und verfügbaren Flächen mit Aufklebern der Antifa und von „StadtLandVolk“ mit übelsten Sprüchen beklebt sind, dass viele Mauern, Türen und Rollläden bis in drei Meter Höhe mit Parolen besprüht sind, dass überall Schmutz und Müll liegt und dass diese von Links dominierte Stadt einen überaus heruntergekommenen Eindruck auf Touristen macht.
Margarete Rausch, Marburg
Klares Staatsversagen
Zu: Linas Kampf (Nr. 23)
Der Prozess gegen die Rädelsführerin Lina E. in Dresden demonstriert das Staatsversagen. So terrorisieren Schlägertruppen der Linken Andersdenkende und können frei agieren. Daneben behindern Klimakleber den öffentlichen Verkehr und wähnen sich als „Klimaschützer“ im Besitz der absoluten Wahrheit. Sie treten selbstbewusst und überheblich auf, obwohl ihre Allgemeinbildung unterirdisch zu nennen ist. Ihr Wissen über die Entwicklungsgeschichte der Welt und des eigenen Landes tendiert gegen Null.
Mit ihrer Arroganz zerstören sie Wirtschaft und damit den Wohlstand des Landes. Bildung, Fleiß, Disziplin und Ordnung sind Fremdwörter, Multikulturell ist die neue Religion. Ehrfurcht vor der Schöpfung, vor der Lebensleistung der älteren Generation und ihrer Erfahrung ist dabei unerwünscht. Gut Ausgebildete verlassen in Scharen das Land.
Und auch das Schulsystem verdient den Ausdruck „Bildungsstätte“ nicht mehr. So flüchten Lehrer aus Angst vor undisziplinierten Schülern immer öfter in die Frühverrentung.
Bärbel Ballhorn, Aschersleben


