Nachdem weltweit Notenbanken in den vergangenen Jahren Rekordmengen an Gold aufgekauft haben, kam nach Verkündung der Russlandsanktionen infolge des Ukrainekriegs ein weiterer Trend hinzu: 2020 hielt nur die Hälfte der Zentralbanken Gold im Inland. Sie hielten ihre Goldreserven stattdessen über ETFs oder andere Wertpapiere, die Gold bloß abbildeten, das in physischer Form in anderen Ländern gelagert wurde. Eine Umfrage des Vermögensverwalters Invesco, von der die „FAZ“ berichtet, ergab nun, dass mittlerweile 68 Prozent der nationalen Währungshüter einen Teil ihrer Goldreserven im Inland halten, Tendenz steigend. Die Entwicklung wird auf einen Vertrauensverlust zurückgeführt: Nach dem Angriff Moskaus auf die Ukraine haben westliche Länder beschlossen, Russlands Zentralbank den Zugriff auf russische Reserven in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar zu verweigern, die im Westen lagern. Dieses Vorgehen lässt offenbar viele Länder zweifeln, wie sicher ihre Anlagen im westlichen Ausland noch sind. H.H.


