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Folge 31-23 vom 04. August 2023 / Kolumne / Problem Görli

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 31-23 vom 04. August 2023

Kolumne
Problem Görli
Vera Lengsfeld

Berlin hat nicht nur ein Freibad-Problem. Das soll sich gelöst haben, seit man den Ausweis zeigen muss, wenn man ein Ticket erwirbt. Vielleicht ist es aber auch nur die Kühle in diesem im Weltdurchschnitt angeblich heißesten Juli seit mindestens 120.000 Jahren, die dafür gesorgt hat, dass die Sommerbäder leer bleiben. 

Dafür geriet ein anderer Brennpunkt der Gewalt in den Fokus: der Görlitzer Park in Kreuzberg, liebevoll Görli genannt. Der ist seit Jahrzehnten Problemterritorium, so wie zahlreiche andere Parks in Berlin. Sieben sogenannte kriminalitätsbelastete Orte werden offiziell gezählt. Dort hat die Polizei besondere Befugnisse. Sie darf beispielsweise verdachtsunabhängig kontrollieren. 

Das hat bisher nicht viel gebracht und die Kontrollen enthüllen mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs. Laut Innenverwaltung gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit Stand 26. Juni allein im Gebiet Görli bereits acht Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen. Hinzu kommen 13 weitere Sexualdelikte. 

Eine Senatorin hatte schon vor Jahren gestanden, dass sie Berliner Parks in der Nacht meide. Das jüngste Vergewaltigungsopfer im Görli, eine 27-jährige Frau, war aber nicht in der Nacht, sondern am helllichten Tag mit ihrem Freund unterwegs. Sie ist von einer Dealer-Gruppe vergewaltigt worden. Ihr gleichaltriger Freund war von den Männern verletzt und zu Boden geworfen worden. Beiden Opfern wurden außerdem Wertgegenstände gestohlen. 

Einer der Täter, ein Somalier, konnte rasch festgenommen werden, ein zweiter Mann aus Guinea-Bissau ein paar Tage später. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik denkt über eine abendliche Schließung des Parks nach, der Regierende Bürgermeister Kai Wegner über einen Sicherheitsgipfel im September. Wird dabei die Herkunft der Täter thematisiert?