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Folge 31-23 vom 04. August 2023 / Analyse / Der Koranverbrenner

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 31-23 vom 04. August 2023

Analyse
Der Koranverbrenner
Bodo Bost

Salwan Momika hat mit seinen Koranverbrennungen einen ernsten diplomatischen Streit zwischen dem Irak und Schweden ausgelöst. In der gesamten islamischen Welt kocht die Volkswut hoch, angestachelt von selbsternannten Islampredigern. 

Momika beschreibt auf Facebook, dass sein Protest seine Gefühle über die islamische Religion zum Ausdruck bringe, die von 2014 bis 2016 seine Heimat, die christlich besiedelte Ninive-Ebene im Irak, beherrscht habe. Dabei habe sie viele Christen getötet und viele ihrer Gotteshäuser angezündet, ohne dass sich damals die christliche oder islamische Welt so erzürnt gezeigt hätte wie jetzt ob seiner Tat.

Momika stammt aus der assyrischen Stadt Baghdida – auch als Karakosch bekannt –, einer zu fast 100 Prozent christlichen Stadt, die einst mit 50.000 Einwohnern die größte Stadt der christlichen Ninive-Ebene im Norden des Iraks war. Die Stadt wurde im Juli 2014 von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) überfallen und besetzt. Den meisten christlichen Bewohnern gelang die Flucht in den kurdischen Nordirak. 2016 gelang der irakischen Armee zusammen mit den schiitischen Volksmobilisierungseinheiten die Befreiung der Stadt vom IS, der alle christlichen Kirchen und Klöster zerstört hatte. 

Auch Momika hatte 2014 eine christliche Selbstschutzmiliz, die Hawks Sy­riac Forces, gegründet, die eng mit den schiitischen Milizen zusammenarbeitete, die vom Iran unterstützt werden. Mit der Zeit wurden aus den schiitischen Volksmobilisierungseinheiten jedoch wiederum Unterdrücker der Christen, vor allem hatten sie es auf das fruchtbare Land der Christen abgesehen. Deshalb flüchtete Momika im April 2018 nach Schweden und wurde dort nach zwei Jahren als Flüchtling anerkannt. Vor einem Jahr trat Momika den rechtsnationalen Schwedendemokraten bei, die einen harten immigrationspolitischen Kurs verfolgen, aber auch über die wahren Absichten des politischen Islam aufklären. 

Bis Dezember 2021 bekundete Momika auf Twitter seine Sympathien für den schiitischen Geistlichen und Politiker Moktada al-Sadr und die schiitischen Volksmobilisierungseinheiten. Dessen Strömung war aus den letzten irakischen Parlamentswahlen als stärkste Kraft hervorgegangen. Da es al-Sadr nicht gelang, eine Regierung zu bilden, zog er sich angeblich 2021 aus der irakischen Politik zurück, zieht aber weiterhin im Hintergrund die Fäden im Irak.

Schweden hat sein Asylrecht seit der Asylkrise 2016 kontinuierlich verschärft. Eine Aufenthaltsbewilligung erhalten Flüchtlinge, wenn sie anerkannt sind, nicht mehr wie in Deutschland für unbegrenzte Zeit, sondern nur noch befristet für drei Jahre. Eine Verlängerung wird abhängig davon gemacht, ob der Kandidat bereit ist, sich durch Arbeitsaufnahme in die schwedische Gesellschaft zu integrieren und deren Werte zu akzeptieren. 

Momika hat seine Koranverbrennungsaktionen, die sich ausdrücklich nur auf seine Situation als verfolgter Christ in einem radikalislamischen Kontext bezieht, sehr stark in den sozialen Medien untermauert. Deshalb schlägt ihm nun der Hass der gesamten islamischen Welt und vor allem auch der Muslime in Schweden entgegen. Jetzt ist sein Leben nicht mehr nur im Irak in Gefahr, sondern auch in Schweden, wo die Asylsucher wie in Deutschland zu 90 Prozent aus islamischen Ländern stammen, in denen sie oft mit den Verfolgerregimen zusammengearbeitet haben. 

Auch Moktada al-Sadr, der Politiker, für den Momika noch im Dezember 2021 Sympathien hegte, hat nun zu Protesten gegen Momika aufgerufen. Seine Anhänger leiteten den Sturm auf die schwedische Botschaft im Irak. Dies alles dürfte dafür sorgen, dass Momikas Aufenthaltserlaubnis für weitere drei Jahre verlängert wird.


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