04.02.2026

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Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Zeitgeschichte / Das Militär hat schon etliche Male geputscht / Obwohl Nigers Armee recht bescheiden dimensioniert ist, spielen Militärs seit jeher eine wichtige Rolle im Machtgefüge des Landes

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Zeitgeschichte
Das Militär hat schon etliche Male geputscht
Obwohl Nigers Armee recht bescheiden dimensioniert ist, spielen Militärs seit jeher eine wichtige Rolle im Machtgefüge des Landes

Die mit der Erlangung der Unabhängigkeit 1960 gegründeten Streitkräfte Nigers (FAN), für welche das afrikanische Land 1,8 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes beziehungsweise um die 230 Millionen US-Dollar pro Jahr aufwendet, sind keine beeindruckende Militärmacht. So gehören zum Heer nur reichlich 11.000 Soldaten, und die Personalstärke der Luftwaffe beträgt sogar bloß 500 Mann. 

Ebenso dürftig ist die Ausrüstung. Sie besteht aus 125 alten radgetriebenen französischen Spähpanzern Panhard AML und 20 etwas moderneren Panzerfahrzeugen der Typen Bastion Patsas und Véhicule Blindé Léger, 114 gepanzerten Mannschaftstransportern französischer, chinesischer, deutscher und südafrikanischer Herkunft, 14 rückstoßfreien Geschützen M20 und M40 aus den USA, 23 Brandt-Mörsern aus Frankreich, 29 Flugabwehrkanonen unbekannter Bauart, zwei Suchoi-Su-25-Erdkampfflugzeugen sowjetischer Produktion, zwei Cessna-208-Aufklärungsmaschinen, fünf Transportflugzeugen der deutschen oder amerikanischen Hersteller Cessna, Lockheed, Dornier und Beechcraft, einem ehemals sowjetischen Kampfhubschrauber Mil Mi-24, sechs Mehrzweckhubschraubern Mil Mi-8 und Aérospatiale SA 341 ebenfalls sowjetischer beziehungsweise französischer Bauart sowie sechs türkischen Drohnen der Marke Bayraktar TB2.

Ungeachtet der relativ geringen militärischen Schlagkraft der Armee des Niger, der dreieinhalbmal so groß ist wie die Bundesrepublik, zählt das Offizierskorps zur Elite des Landes und griff in der Vergangenheit immer wieder mittels Militärputschen in die Politik ein: Im April 1974 stürzte Oberstleutnant Seyni Kountché den ersten frei gewählten Präsidenten der Republik, Hamani Diori, nachdem dieser sich auch zum Außen- und Verteidigungsminister ernannt und extreme Vetternwirtschaft betrieben hatte. 

Im Januar 1996 putschte der FAN-Stabschef Oberst Ibrahim Baré Maïnassara gegen den vierten nigrischen Präsidenten Mahamane Ousmane. Maïnassara wurde seinerseits im April 1999 bei einem weiteren Umsturz erschossen, an dessen Spitze diesmal Major Daouda Malam Wanké stand. 

Wanké übergab die Macht im Dezember 1999 an den neu gewählten Präsidenten Mamadou Tandja. Dieser Zivilist amtierte bis zum 18. Februar 2010. Dann inszenierte der Oberste Rat zur Wiederherstellung der Demokratie unter der Führung von Generalleutnant Salou Djibo wegen einer Verfassungskrise den vierten und vorletzten Putsch in der Geschichte des Niger. Anschließend regierten in Niamey vom April 2011 bis Juli 2023 mit Mahamadou Issoufou und Mohamed Bazoum erneut Nichtmilitärs. W.K.


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