04.02.2026

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Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Uran / Das Rennen um den begehrten Rohstoff läuft

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Uran
Das Rennen um den begehrten Rohstoff läuft

Der Niger zählt zu den allerärmsten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen steht das Land an drittletzter Stelle. Das Durchschnittseinkommen liegt bei umgerechnet etwa 580 Euro – pro Jahr. Dabei besitzt die westafrikanische Republik eine ganze Reihe begehrter Bodenschätze wie Gold, Erdöl, Eisen, Kohle, Phosphat und Uran. In keinem anderen afrikanischen Staat wird mehr Uranerz gefördert als im Niger. Im weltweiten Vergleich stand dieser 2022 nach Kasachstan, Kanada, Namibia, Australien, Usbekistan und Russland an siebter Stelle. 

72 Prozent der Exporterlöse des Landes stammen inzwischen aus dem Verkauf von Uran. Als Abnehmer treten vor allem Frankreich und China auf. Die beiden Länder sind auch maßgeblich an der Förderung des Rohstoffs über oder unter Tage beteiligt. Im Falle Frankreichs kooperiert der staatliche Industriekonzern Orano mit dem nationalen Bergbauunternehmen Société du Patrimoine des Mines du Niger (SOPAMIN), im Falle Chinas die China Nuclear International Uranium Corporation (Sino-U).

Dabei liefern sich Peking und Paris offenbar einen verbissenen Wettlauf um den besten Zugang zum Uran des Niger, dessen Ausgang vor allem für die französische Atomindustrie von essentieller Bedeutung ist: Der Uranbedarf der Kernkraftwerke in der Grande Nation wurde bislang in manchen Jahren bis zu einem Drittel durch Importe aus dem Niger gedeckt. Jetzt kommt noch hinzu, dass Orano die Käufe von russischem Uran reduzieren will. Insofern ist Frankreich ganz besonders an stabilen Verhältnissen im Niger interessiert. 

Andererseits könnte Paris auch mit der neuen Junta paktieren, um seinen privilegierten Zugang zu den Uranvorkommen in der ehemaligen kolonialen Föderation Französisch-Westafrika zu behalten – sofern Russland den Niger nun nicht schnell in seinen Bannkreis zieht und Peking als lachender Dritter mit davon profitiert. W.K.