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Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Immigration / Kubaner drängen nach Deutschland / Aus guten Gründen ist für viele Auswanderungswillige die EU die attraktivere Alternative zu den USA

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Immigration
Kubaner drängen nach Deutschland
Aus guten Gründen ist für viele Auswanderungswillige die EU die attraktivere Alternative zu den USA
Bodo Bost

Im Juni hat der kubanische Präsident Diaz Canel Serbien besucht und das Land als „Hafen der Freundschaft“ mit Kuba bezeichnet. Denn Serbien ist das einzige Land Europas, das kubanische Staatsangehörige ohne Visum einreisen lässt. Daran ändert auch der Druck der EU auf das Beitrittsland Serbien nichts, selbiges zu unterlassen. Da die Flugzeuge aus Havanna bei ihrem Flug nach Belgrad meistens im gastfreundlichen Deutschland zwischenlanden, weil das Kerosin nicht ausreicht, können in Frankfurt am Main die meisten Gäste aussteigen, obwohl sie ein Ticket nach Belgrad haben. In der Mainmetropole gibt es bereits im Flughafen eine Asylantragsstelle. Die Zahl der Asylgesuche von kubanischen Staatsangehörigen ist in diesem Jahr mit Stand vom 2 Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 73 auf 607 gestiegen Das ist mehr als eine Verachtfachung. Die absoluten Zahlen sind zwar im Vergleich zu den Antragstellerzahlen aus dem Nahen und Mittleren Osten noch gering, aber wenn die Zahlen weiter so rasant wachsen, werden die Kubaner bald einen beträchtlichen Teil der Asylsucher in Deutschland stellen.

Die alarmierende Entwicklung ist eine Folge der US-amerikanischen Einwanderungspolitik. Das US-amerikanische Festland ist Kuba nicht fern und ein Teil der Insel, Guantánamo, ist sogar exterritoriales Gebiet der USA, wenn auch mit hohen Zäunen vor Einwanderungswilligen abgesichert. Im Juni haben die die USA wegen der hohen Zahl an Asylsuchern aus Kuba ihr Asylsystem radikal verschärft. Nur noch Online-Anträge aus den Heimatländern werden angenommen. An den Grenzen können anders als bei der EU keine Asylanträge mehr gestellt werden. Auch gibt es mittlerweile ein Rücknahmeabkommen zwischen den USA und Kuba, das es den USA erleichtert, abgelehnte Kubaner in ihre Heimat abzuschieben.

Ein vergleichbares Abkommen gibt es zwischen der EU und Kuba nicht. Auch das macht für auswanderungswillige Kubaner einen Flug nach Serbien zu einer attraktiven Option. Auch wer nicht beim Zwischenstopp in Frankfurt aussteigt, kann sich letztlich in der Europäischen Union wiederfinden. In Serbien gibt es inzwischen sogar staatliche Beratungsstellen, die besonders Notleidenden, wie chronisch Kranken oder Behinderten kostenlose Beratung anbieten, wie sie via Asyl am bequemsten die europäische Komplettversorgung in Anspruch nehmen. Auch finden sich in Serbien kriminelle Netzwerke zur irregulären Einreise nach Nordmazedonien und Griechenland auf dem Landweg.

Nach ihrer Ankunft im EU-Mitgliedsstaat  Griechenland beantragen die Mi-granten entweder dort vor Ort Asyl oder sie nutzen von Kriminellen organisierte Weitertransporte in andere EU-Länder, etwa Flüge nach Spanien, das wegen der identischen Landessprache und der einfachen Möglichkeit, die Staatsangehörigkeit zu erwerben, für Kubaner sehr attraktiv ist. 

Für Reisen innerhalb der EU versorgen kriminelle Netzwerke Migranten mit gefälschten Dokumenten. Oft wird dabei mit der sogenannten Look-alike-Methode gearbeitet. Gestohlene oder gekaufte spanische Reisedokumente werden an einen kubanischen Migranten verkauft, der dem rechtmäßigen Passinhaber sehr ähnlich sieht. Für solche Dienste müssen Kubaner dann allerdings schon größere Summen bezahlen.


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