04.02.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Drogen und Gewalt / Diskussion um Scheinlösungen / Die Debatte um den Görlitzer Park drückt sich vor der Frage nach der Abschiebung afrikanischer Dealer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Drogen und Gewalt
Diskussion um Scheinlösungen
Die Debatte um den Görlitzer Park drückt sich vor der Frage nach der Abschiebung afrikanischer Dealer
Hermann Müller

Erst mit wochenlanger Verspätung ist in Berlin eine Gruppenvergewaltigung bekannt geworden, die sich bereits im Juni im Görlitzer Park ereignet haben soll. Laut einem Bericht der „Welt“ sollen eine 27-jährige Frau und ihr Freund zunächst von mehreren Männern ausgeraubt worden sein. Vor den Augen ihres verletzten und zu Boden gebrachten Begleiters haben den Angaben zufolge dann mehrere Täter die Frau vergewaltigt.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, sitzen inzwischen drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Alle drei Männer gelten laut Medienberichten als Drogenhändler. Nach Informationen des „Tagesspiegel“ stammt einer der festgenommenen Tatverdächtigen aus Guinea.

Der Görlitzer Park und der angrenzende Wrangelkiez sind schon seit vielen Jahren ein Kriminalitätsschwerpunkt in der Hauptstadt. Sexualdelikte sind laut Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik aber „vor Ort eher die Ausnahme“: „Wir haben es im Görlitzer Park primär und massiv mit Betäubungsmittelkriminalität und deren Begleitstraftaten wie Diebstählen, Bedrohungen, Körperverletzungen und Betrugstaten zu tun.“

Mit großem personellen Aufwand, aber ohne durchschlagenden Erfolg, hat Berlins Polizei in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, gegen die zumeist aus Afrika stammenden Drogenhändler vorzugehen. Dabei mussten die Beamten regelmäßig die Erfahrung machen, dass festgenommene Dealer schnell wieder auf freiem Fuß waren und umgehend den illegalen Handel im Park wieder aufnahmen. 

Sogar Kinder sexuell bedrängt

Das grün geführte Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg setzte auf „Parkläufer“: Deren Auftrag war es gar nicht, den Drogenhandel zu unterbinden, sondern durch ihre schiere Anwesenheit für eine „niedrigschwellige Sozialkontrolle“ zu sorgen. Wie Kriminalitätszahlen belegen, blieb den Parkläufern ebenso der Erfolg versagt wie den Polizeihundertschaften: Wie eine Anfrage des „Tagesspiegel“ ergeben hat, registrierte die Polizei seit Anfang 2021 im Bereich des Görlitzer Parks mehr Straftaten als in allen anderen Berliner Parks zusammen. Allein im Jahr 2022 entfielen auf den Görlitzer Park 1567 Straftaten. 

Durch eine Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion wurde zudem bekannt, dass im Bereich Görlitzer Park/Wrangelkiez von Januar bis Ende Juni dieses Jahres acht Taten in der Kategorie Vergewaltigung/sexuelle Nötigung/sexueller Übergriff registriert wurden. Dabei sollen in zwei Fällen sogar Kinder die Opfer gewesen sein.

Die Ermittlungen der Polizei wegen der Gruppenvergewaltigung, zu der es am 21. Juni gekommen sein soll, hat nun erneut eine Diskussion in Gang gesetzt, wie der Park sicherer werden kann. Dabei geht es aber nicht um Strafverfolgung oder um Abschiebung der zumeist afrikanischen Drogendealer. Die Diskussion dreht sich stattdessen um Parkbeleuchtung, Sozialarbeit und Umschulungsangebote für die Drogenhändler. Die Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch forderte etwa, der Senat solle „jetzt Geld in die Hand nehmen, zehn Millionen Euro“. Nach den Vorstellungen der Grünen soll das Geld für eine „städtebauliche Lösung“ verwendet werden: „Man muss den Park und teilweise auch die Umgebung umbauen“, so Jarasch. 

Sozialarbeit und Bodenschwellen

Die Grüne machte auch deutlich, wie das konkret aussehen könnte: Neben einer besseren Beleuchtung der Parkeingänge sind laut Jarasch „auch Bodenschwellen in den Straßen der Umgebung“ wichtig, „damit die Polizei dort Verkehrskontrollen machen kann, um die Kunden abzuschrecken, die mit dem Auto kommen“. Obendrein schlug sie eine Ausweitung von Sozialarbeit und Aussteigerprogramme für Drogendealer vor.

Polizeipräsidentin Slowik mahnte wiederum Konzepte für Beleuchtung, Müllentsorgung, Toiletten und Spielplätze an. Zudem schlug sie vor, das Parkgelände einzuzäunen und den Zugang zeitlich zu beschränken. Ein Zaun um den  vierzehn Hektar großen Park samt nächtlichem Zusperren scheint tatsächlich die Lösung zu sein, die der schwarz-rote Senat für den europaweit bekannten Drogenumschlagplatz ins Auge fasst. 

Auch die politische Debatte um die zumeist immigrantisch geprägte Gewalt in den Berliner Freibädern ist von Kommentatoren und Politikern um bemerkenswerte Vorschläge bereichert worden. Die Palette reicht von der Einführung eines „Frauentags in den Bädern“ bis hin zur Forderung, mehr Freibäder für die Stadtteile Neukölln und Kreuzberg zu schaffen. Zumindest aus Sicht der Polizei hat sich die Lage in den Berliner Freibädern durch Ausweiskontrollen und mobile Polizeiwachen wieder entspannt. Allerdings hat auch das regnerische Wetter dazu beigetragen, dass die Besucherzahlen in den Freibädern zuletzt gesunken sind.


Warning: file_get_contents(https://paz.de/lib/extern/sidebar.php): failed to open stream: Connection refused in /homepages/10/d855424685/htdocs/wrapper.php on line 48

Warning: file_get_contents(https://paz.de/lib/extern/footer.php): failed to open stream: Connection refused in /homepages/10/d855424685/htdocs/wrapper.php on line 53