Verluste wohl etwas geringer
Zürich – Die „Neue Zürcher Zeitung“ hat gemeinsam mit dem ehemaligen US-amerikanischen Nachrichtendienstanalysten Henry Schlottman ein Schätzmodell zur Ermittlung der tatsächlichen russischen Kriegsverluste entwickelt. Diesem zufolge wurden im ersten Jahr des Ukrainekrieges 152.000 russische Soldaten verwundet oder getötet. Schlottman bezog in seine Berechnungen vor allem verifizierte Meldungen über zerstörte Fahrzeuge und Waffensysteme auf Plattformen wie Oryx, Todesanzeigen, die von unabhängigen russischen Medienportalen gesammelt werden, und militärhistorische Erkenntnisse über Durchschnittsverluste bei verschiedenen Arten von Kampfhandlungen ein. Gemeinhin liegen die von Experten aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten verbreiteten Zahlen um ein Viertel höher, ganz zu schweigen von den stark übertriebenen ukrainischen Angaben, die oft auf irrtümlichen Mehrfachzählungen beruhen. W.K.
Rentner verarmen
Moskau – Die Statistikbehörde Rosstat hat die Lage der Rentner in Russland bewertet. Demnach reicht bei einem Viertel die Rente nur noch für das Essen. Betroffen seien vor allem nicht arbeitende Altersrentner, die eine Durchschnittsrente von umgerechnet rund 200 Euro erhalten. Da die staatliche Rente in Russland schon seit der Sowjetzeit traditionell niedrig ist, sind viele Pensionäre gezwungen, dazuzuverdienen. In den letzten Jahren verloren zahlreiche Rentner aber wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage ihre Jobs. Laut dem Sozialfonds Russlands gab es am 1. April dieses Jahres 41,5 Millionen Rentner, von denen 34 Millionen keiner zusätzlichen Beschäftigung nachgingen. Diese Menschen haben keine Möglichkeit, Rücklagen zu schaffen. Sie müssen äußerst sparsam wirtschaften, um sich neben Lebensmitteln ihre Medikamente und Kleidung leisten zu können. Soziologen zufolge sind neben Rentnern nur kinderreiche Familien in Russland noch stärker von Armut bedroht.MRK
Personalmangel beim Film
Moskau – Der russischen Filmindustrie gehen die Mitarbeiter aus. Die Zahl der freien Stellen ist seit 2021 um 24 Prozent gestiegen. Neben Schauspielern fehlen Spezialisten für die Produktion, Maskenbildner, Beleuchter und Servicemitarbeiter. Als Grund für diese Entwicklung sehen die Produktionsfirmen die Konkurrenz durch Online-Produktionen, die seit Beginn der Corona-Pandemie wie Pilze aus dem Boden geschossen seien. Die Situation hat Auswirkungen auf die Produktionskosten für TV-Serien. Selbst mittelmäßige Schauspieler können pro Serienepisode bis zu umgerechnet 7000 Euro Honorar verlangen, was einer Verdopplung entspricht. Auch für Techniker haben sich die Kosten mit bis zu 200 Euro pro Serie verdoppelt. Der Privatsender Ren.TV hat deshalb eine Co-Produktion mit Online-Produzenten ins Leben gerufen. MRK