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Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Ausstellung / Flucht und Vertreibung einst und jetzt / Im früheren Schloss Altenthann bei Regensburg verbindet man Fluchtgeschichten von Sudetendeutschen mit denen der Ukrainer

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Ausstellung
Flucht und Vertreibung einst und jetzt
Im früheren Schloss Altenthann bei Regensburg verbindet man Fluchtgeschichten von Sudetendeutschen mit denen der Ukrainer
Markus Bauer

„Zeitenwende“ heißt das Thema des diesjährigen Kulturprogramms des Landkreises Regensburg – auch angelehnt an das zentrale Wort aus der Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Diesen Aspekt greift auch die bis Ende Oktober laufende Ausstellung „Flucht und Vertreibung. Damals und heute“ auf, die im früheren Schloss beziehungsweise Pfarrhof in Altenthann, das etwa 20 Kilometer nordöstlich von Regensburg gelegen ist, zu besichtigen ist.

Schon lange hatte der Regensburger Kreisheimatpfleger Hermann Binninger, der für diese Ausstellung federführend zuständig ist, die Idee, das Thema „Flucht und Vertreibung“ zu präsentieren. Das gewählte Jahresthema „Zeitenwende“ und die damit verbundenen Rahmenbedingungen boten dann auch einen idealen Aufhänger, dies umzusetzen – und zwar in zwei Zeitepochen: die Vertreibung der Sudetendeutschen am Ende des Zweiten Weltkriegs und die aktuelle Flucht vor allem ukrainischer Kinder und Jugendlicher, die nun in der Region untergebracht sind und zur Schule gehen. Entsprechend unterschiedlich sind in den zwei Ausstellungsräumen auch die Exponate. 

Es sind zum Teil Gegenstände von noch im Landkreis Regensburg lebenden und aktiven Sudetendeutschen. Wie zum Beispiel der Kinderschlitten samt Kopfkissen von Franz Weschta aus Regenstauf. Damit war er als Fünfjähriger über die Grenze gekommen. Dann ein sogenannter Leiterwagerl, wie er im Dialekt ausgesprochen wird und wie man ihn von vielen Schwarz-Weiß-Fotos kennt. Weitere Exponate widmen sich der Kultur (Tracht) und dem Handwerk (Klöppeln). 

Verdeutlicht wird aber auch, wie die Heimatvertriebenen im Alltag nötige Gegenstände für Kochen oder Arbeit aus Fundmaterial – etwa aus Metallresten auf dem ehemaligen Fliegerhorst Regensburg-Obertraubling – hergestellt haben. Wer tiefer in die Thematik einsteigen will, für den gibt es viel zu lesen: etwa zum Brünner Todesmarsch 1945 und mehrere individuelle Erinnerungen und Schicksale. Da die Ausstellung auch Angehörige der Erlebnisgeneration besuchen, sind durchaus auch deren persönliche Erfahrungen im Gespräch zu ermitteln.

Vollkommen andere Anknüpfungspunkte waren für die Ausstellungsstücke des aktuellen Flucht- und Vertreibungshintergrundes nötig. Die ukrainischen Kinder und Jugendlichen zeigen in Vitrinen Gegenstände, die sie aus ihrer Heimat mitgenommen haben und sie an diese erinnern: Bücher zur ukrainischen Geschichte, Schulhefte und Schreibzeug, Münzen und Geldscheine, Plüschtiere, Spielkarten oder das Lieblings-T-Shirt. 

Auf Zeichnungen bildeten sie ab, wie ihr derzeitiger Wohnort auf sie wirkt. Parallel dazu hatten sich im Unterricht die einheimischen Grundschüler Gedanken gemacht, was sie in einem Koffer mitnehmen würden, wenn sie von einer Stunde auf die andere fliehen müssten. In vielen Zeichnungen haben sie das festgehalten.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Mitveranstalter ist die Druckerei Hofmann, die Hefte im Bereich der Übersetzungshilfe Ukrainisch–Deutsch gedruckt hat.

Pfarrhof in Altenthann, Ringstraße 5, geöffnet jeden ersten und letzten Sonntag von 13 bis 16 Uhr


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