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Folge 32-23 vom 11. August 2023 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 32-23 vom 11. August 2023

Für Sie gelesen

Verwirrend und bewegend

Wien ist im Sommer 1914, kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges in heller Aufruhr. Viele junge Männer melden sich begeistert zum Militärdienst. Doch der 17-jährige Knecht Hans macht sich von Tirol aus nur nach Wien auf, um eine Psychoanalytikerin aufzusuchen, über die er in der Zeitung gelesen hat. Ihn quälen seltsame Träume. In der Praxis trifft er zwei junge Erwachsene, die Mathematikstudentin und Suffragette Klara und den seit Kindheit auf Militär gedrillten adligen Adam, die von der Ärztin behandelt werden. Sie nehmen Hans mit und so bekommt er Einblick in die Welt der Reichen, der Studenten und der mächtigen Männer des Militärs. Als einfacher Mann ist er verwirrt über deren Ansichten, und erschöpft erfährt er, dass auch viele andere die gleichen seltsamen Träume haben wie er. Eine große Gruppe der Betroffenen versucht, diesen „Fiebertraum“ aufzulösen.

Der Romantitel „Die Inkommensurablen“ kommt aus der Mathematik und bedeutet: die Eigenschaft zweier Werte, die nicht ganzzahlige Vielfache einer dritten Zahl sind oder allgemein: nicht vergleichbar; nicht zusammen messbar.

Es gibt Bereiche in diesem Buch, die nur schwer verständlich sind. Raphaela Edelbauer hat einen sehr intelligenten und anspruchsvollen Roman vorgelegt, dessen Inhalt teilweise verwirrend, aber auch bewegend ist. 

Angela Selke

Raphaela Edelbauer: „Die Inkommensurablen“, Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2023, gebunden, 350 Seiten, 25 Euro





Abschied vom geliebten Opa

Es ist kein leichtes Thema, dem sich Sabrina Hinrichs in „Opa, wohin fährst du?“ widmet. Wie bringt man Kindern die Endlichkeit des Lebens bei und dass ein liebes Familienmitglied bald nicht mehr da sein wird? 

Die in Ammerland lebende Musiklehrerin Hinrichs verpackt diese Fragen in eine Geschichte über das Reisen. Der Großvater, der von seinem Enkel Tom sehr geliebt wird, war früher Kapitän und reiste um die Welt. Wenn Tom mit den Eltern den Opa besucht, berichtet der von seinen Weltreisen. Dass Opa sehr krank ist, haben die Eltern Tom schon gesagt.

In der Mitte des Buches kommt es zu einem Gespräch zwischen Opa und Enkel, in dem der Ältere dem Kleinen erzählt, dass er nun auf eine Reise gehen wird, von der er nicht mehr wiederkehrt. Alle Fragen, die Kinder in so einer Situation stellen würden, werden gestellt.  Einfühlsam werden diese vom Opa beantwortet, so, dass es Kinder verstehen können. Ein sehr feinfühliges Buch, dass helfen kann, den Abschied von lieben Personen zu erklären.Silvia Friedrich

Sabrina Hinrichs/Daria Kuvakina: „Opa, wohin fährst du?“, Klein und groß Verlag, gebunden, 32 Seiten, 16 Euro