04.02.2026

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Folge 33-23 vom 18. August 2023 / Verteidigung / Militärisch auf Augenhöhe mit den Großen / Schon fast so viele Soldaten wie China – und ein stetig wachsendes Arsenal an Spitzenwaffen aller Gattungen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-23 vom 18. August 2023

Verteidigung
Militärisch auf Augenhöhe mit den Großen
Schon fast so viele Soldaten wie China – und ein stetig wachsendes Arsenal an Spitzenwaffen aller Gattungen

Nachdem das Koalitionskabinett von Premierminister Atal Bihari Vajpayee 2003 ein faktisches Großmachtkonzept verabschiedet hatte, stieg Indien auch zu einer der führenden Militärmächte der Welt auf: Mit fast 1,5 Millionen aktiven Soldaten stehen die Streitkräfte Neu-Delhis nach der chinesischen Volksbefreiungsarmee an zweiter Stelle, was die Zahl der Personen unter Waffen betrifft. 

Darüber hinaus gab die Republik Indien 2022 umgerechnet 81,4 Milliarden US-Dollar für Verteidigungszwecke aus, womit sie unmittelbar hinter den USA, China und Russland rangiert. Und gemäß dem globalen Feuerkraft-Rangliste besitzt das indische Militär auch die viertgrößte Kampfkraft aller Armeen rund um den Globus. So verfügt das Heer immerhin über 4600 Kampfpanzer und mehr als 100.000 sonstige gepanzerte Fahrzeuge sowie fast 5000 Geschütze beziehungsweise Raketenwerfer. Die Luftwaffe wiederum kann etwa 700 Kampfflugzeuge, 800 Hubschrauber und 700 weitere Maschinen sowie gut 200 größere Drohnen aufbieten. 

Ebenso hochgerüstet ist die Marine, deren Aufgabe darin liegt, den Indischen Ozean zu überwachen und darüber hinaus in dessen Randmeeren Präsenz zu zeigen. Zum Bestand der indischen Seestreitkräfte gehören aktuell knapp 300 Schiffe, darunter zwei Flugzeugträger, elf Zerstörer, zwölf Fregatten, 19 Korvetten, 18 U-Boote und 138 Patrouillenboote. Besonders wichtig für die Durchsetzung der Machtansprüche Neu-Delhis sind dabei die beiden Flugzeugträger „Vikramaditya“ und „Vikrant“ sowie das 2016 in Dienst gestellte Atom-Unterseeboot „Arihant“. 

Dieses ist als erstes und bislang einziges U-Boot, welches keiner der fünf UN-Vetomächte gehört, mit ballistischen Raketen ausgerüstet, welche auch Atomsprengköpfe tragen können. Von denen besitzt Indien um die 160 Stück, weswegen die „Arihant“ noch mehrere Schwesterschiffe erhalten soll, beginnend mit der „Arighat“ Ende 2023. Viele der moderneren Waffensysteme der indischen Streitkräfte wurden wie die „Vikrant“ und „Arihant“ im eigenen Land entwickelt und gebaut, darunter die Kampfpanzer vom Typ Arjun, eigene Raketenwerfer, die Tarnkappen-Fregatten, Kampfflugzeuge, die Kampfhubschrauber und die kernwaffentragenden Mittelstrecken- beziehungsweise Interkontinentalraketen. 

Gleichzeitig hat Indien aufgrund seiner internationalen Position keine sonderlichen Probleme, hochwertige Militärtechnik im Ausland zu erwerben, wobei die Zulieferer vor allem in den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Deutschland, Israel, Japan, Brasilien, Russland und der Schweiz sitzen. W.K.