04.02.2026

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Folge 33-23 vom 18. August 2023 / Weltpolitik / Der Nahe Osten rückt in Indiens Fokus

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-23 vom 18. August 2023

Weltpolitik
Der Nahe Osten rückt in Indiens Fokus

Bis etwa 2013 spielte Indien keine größere Rolle im Nahen Osten – abgesehen von den zahlreichen indischen Gastarbeitern, welche auf den Baustellen der Golfstaaten schufteten, und den wachsenden indischen Ölkäufen in der Region. Dann kam es zu einer rapiden Annäherung zwischen Indien und Israel. Diese führte zu etlichen gemeinsamen Projekten im Bereich der Hoch- und Militärtechnologie. 2021 avancierte Israel bereits zum drittgrößten Waffenlieferanten Neu-Delhis. Und innerhalb der kommenden fünf Jahre soll der indisch-israelische Handel mit Rüstungsgütern ein Volumen von 133 Milliarden US-Dollar erreichen, wobei schon jetzt 46 Prozent der Waffenexporte Tel Avivs nach Indien gehen.

Erstaunlicherweise führt dieses Zusammenwirken mit Israel zu keinen Problemen mit der arabischen Welt. Vielmehr versuchen die Staaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate ihrerseits offensiv, mit Indien ins Geschäft zu kommen, obwohl sie eigentlich auf der Seite des islamischen Staates Pakistan stehen, der als Todfeind Indiens gilt. Der Grund für dieses Zurückstellen des Blockdenkens liegt im gemeinsamen Interesse an der Terrorbekämpfung sowie dem wirtschaftlichen Potential des Landes mit der nunmehr größten Bevölkerung der Welt, welches nicht nur Öl und Gas benötigt, sondern auch viele andere Importe tätigt. So stieg das Volumen der Exporte der GCC-Staaten nach Indien auf 103 Milliarden US-Dollar, während im Gegenzug Waren im Werte von 45,5 Milliarden eingeführt wurden, womit Indien zum größten Handelspartner der Mitglieder des GCC aufstieg.

Neu-Delhi wiederum zeigt in jüngster Zeit auch starkes Interesse an Ägypten, das durch den Suezkanal ein wichtiges Transitland ist. Hier will Indien offenbar Parallelstrukturen zur „Neuen Seidenstraße“ Chinas zwischen Asien und Europa schaffen, um Peking Paroli zu bieten. W.K.