Im August beginnt das neue Ausbildungsjahr in Deutschland. Händeringend werden in fast allen Ausbildungsberufen junge Menschen gesucht, um eine der Hundertausenden freien Lehrstellen zu besetzen. Aber unter den 600.000 Asylsuchern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, die Bürgergeld beziehen, melden sich nur wenige, obwohl die meisten schon mit der großen Asylsucherwelle 2015/16 nach Deutschland gekommen sind, also nach acht Jahren in der sozialen Hängematte schon etwas Deutsch sprechen sollten.
Die Bundesagentur für Arbeit spricht mittlerweile schon von einem wachsenden „Berg von ausbildungsfernen“ jungen Leuten mit Immigrationshintergrund, die trotz jahrelangen Schulbesuchs in Deutschland nicht mehr in das bundesdeutsche System der Arbeitsvermittlung integrierbar seien, mit anderen Worten, diese Leute sind unvermittelbar. Ganze Generationen von Bürgergeldbeziehern werden da herangezogen, die ihr Leben lang im deutschen Sozialsystem ausharren und diesen Lebensentwurf wohl auch an ihre nicht selten zahlreichen Kinder weitergeben.
Diese Situation hat einige Kommunalpolitiker der CDU in Baden-Württemberg dazu veranlasst, darüber nachzudenken, ob es bei solchen Leuten nicht überlegenswert wäre, Pflichtdienstjahre einzuführen, damit sie vielleicht doch noch die Kurve kriegen. Integration kann nicht in der sozialen Hängematte passieren, auch wenn einige linksgrüne Politiker jetzt sogar die Staatsangehörigkeit nicht mehr davon abhängig machen wollen, ob der Betreffende seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann. Integration in die deutsche Gesellschaft kann laut Experten aber nur durch Arbeitsaufnahme gelingen.
Wie wenig die große Asylsucherwelle von 2015/16 auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen ist, beweisen abermals die aktuellen Zahlen vom deutschen Arbeitsmarkt. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im Jahr 2021 nur 54 Prozent der 2015 nach Deutschland gekommenen Asylsucher in irgendeiner Weise erwerbstätig. Das bedeutet umgekehrt, dass 46 Prozent noch immer von Bürgergeld oder Sozialhilfe leben. Das gilt für 63 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer. Als erwerbstätig in diesem Sinne gilt allerdings schon, wer geringfügig beschäftigt ist, also auch die 520-Euro-Jobber.
Zu diesen zählt ein Drittel der erwerbstätigen Asyl-Zuwanderer aus den Jahren 2015/16, also etwa 18 Prozent von allen arbeitet in Teilzeit. Vollzeitbeschäftigt sind also nur 36 Prozent der Asylsucher aus der Welle von 2015/16, trotz aller Vorhersagen vom Segen für den Arbeitsmarkt, die damals geäußert wurden. Diese beruhten auf der Tatsache, dass das Gros der Asylsucher damals jung war, sie gehörten also zur am besten vermittelbaren Altersgruppe.
Schiefer Vergleich mit Ukrainern
Dagegen wird bereits bemängelt, dass von den eine Million Ukrainern, die erst seit anderthalb Jahren nach Deutschland flüchten, bislang nur etwa 20 Prozent erwerbstätig sind. Dabei handelt es sich bei ihnen nicht um vorwiegend junge Männer, sondern um alleinerziehende Mütter mit Kindern, die auch unter deutschen Arbeitslosen am schwersten vermittelbar sind. Zudem sind die Ukrainer meist schon höher qualifiziert als die Orientalen des Jahres 2015. Daher streben sie Stellen an, für welche sie gute deutsche Sprachkenntnisse mitbringen müssen, weshalb viele Ukrainer derzeit zunächst in Sprachkursen sitzen, ehe sie auf den Arbeitsmarkt strömen können.
Italien hat jetzt sein Bürgergeld für junge Migranten wieder abgeschafft, da dort 300.000 Arbeitsplätze in der Obsternte und Tourismusindustrie unbesetzt sind. Auch für die Mafia in Neapel und Sizilien war das Bürgergeld, dessen Bezug faktisch nicht kontrolliert wurde, ein wahrer Segen. In Deutschland sind die Hälfte der Asylsucher von 2015/16 weiterhin arbeitslos, 60 Prozent davon haben auch noch keine Bildungseinrichtung von Innen gesehen.
Bei den Frauen aus dieser Gruppe sind die Zahlen besonders schlecht. Nur 23 Prozent der 2015 ins Land gekommenen Zuwanderinnen sind erwerbstätig. Die übrigen 77 Prozent dürften bald in den Genuss der von der Ampel so hartnäckig geforderten Kindergrundsicherung kommen. Denn Vorausberechnungen haben ergeben, dass von den zwei Millionen Kindern, die davon profitieren könnten, mehr als die Hälfte Kinder von Immigrantinnen sind. Die Kindergrundsicherung wird in diesen bildungsfernen Kreisen die Integration durch Arbeit noch mehr behindern, weil sie die Anreize für ein Verbleiben in der sozialen Hängematte verstärkt, erst recht, wenn in der Rezession die Arbeitslosenzahlen, aber auch die Zahl der neu ankommenden Immigranten weiter steigen.


