Waldrodung für Solaranlage
Potsdam – Der niedersächsische Agrarkonzern Lindhorst-Gruppe plant, erstmalig in Deutschland, westlich von Hohensaaten (Ortsteil von Bad Freienwalde, Landkreis Märkisch-Oderland) einen Mischwald zu roden, insgesamt 380 Hektar, um einen 250 Hektar großen Solarpark anzulegen. Die Anlage soll „Ökostrom“ für einen geplanten Gewerbepark liefern. 2019 hatte der Investor und Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns, Jürgen Lindhorst, eine 694 Hektar große Konversionsfläche inklusive des seit Jahrzehnten nur minimal bewirtschafteten Naturwaldes gekauft. Die Stadtverordneten vor Ort stimmten im Mai 2022 mehrheitlich einschließlich der Grünen für den Plan. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) lehnt das Vorhaben ab. Dagegen ist auch eine Bürgerinitiative mit Unterstützung des Nabu. Die Lindhorst-Gruppe behauptet, sich für „Umweltschutz, intakte Böden, intakte Wälder und Insektenvielfalt“ einzusetzen. D.J.
Nord Stream 2 streng geheim
Berlin – Das Internet-Portal „Business Insider“ hat das Ergebnis einer eigenen Recherche veröffentlicht, wonach das Bundeskanzleramt interne Ermittlungen wegen Geheimnisverrats gegen Unbekannt eröffnet hat. Grund soll sein, dass an die Presse vertrauliche Informationen über den Stand der Nachforschungen hinsichtlich der Urheber des Terroranschlages auf die Nord-Stream-Pipelines durchgestochen wurden, welche klar auf eine Täterschaft der Ukraine hindeuten. Als Hauptverdächtige gelten laut „Business Insider“ Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND), welche ihr Wissen über das Attentat angeblich nicht nur – so wie eigentlich vorgesehen – mit einem ausländischen Geheimdienst teilten, sondern auch an Journalisten weitergaben. Dabei mussten BND-Angehörige, „die an dem Thema Nord Stream arbeiten“, sogar „gesonderte Geheimhaltungsverträge unterschreiben“, so die Nachrichtenseite. W.K.
Waldbrand: Iraker angeklagt
Dresden – Die Staatsanwaltschaft Dresden hat vor dem Amtsgericht Pirna Anklage gegen vier Iraker im Alter von 25 und 26 Jahren erhoben, weil sie für einen verheerenden Waldbrand unterhalb der weltbekannten Bastei-Aussicht im Nationalpark Sächsische Schweiz verantwortlich sein sollen. Das Feuer brach am späten Abend des 17. Juli 2022 aus und vernichtete 2500 Quadratmeter Wald in einer der sensibelsten Regionen des Gebirges. Die Löscharbeiten dauerten aufgrund des unwegsamen Geländes mehrere Tage. Laut den Ermittlern ließen sich die vier Immigranten auf einem Plateau außerhalb der zugelassenen Wanderwege nieder und rauchten dort trotz großer Hitze, Trockenheit und Waldbrandwarnstufe III stundenlang ihre Shisha-Pfeifen, wonach sie mehrere glühende Kohlestücke den Hang hinabwarfen. Dies wertet die Staatsanwaltschaft als vorsätzliche Brandstiftung. Dennoch befindet sich derzeit keiner der Beschuldigten in Haft. W.K.


