04.02.2026

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Folge 33-23 vom 18. August 2023 / Königsberg/Neukuhren / Ärger um gemeinsame Fußgänger- und Radwege / Die Zahl der Unfälle steigt – Bürger beschweren sich bei Behörden und fordern Konsequenzen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-23 vom 18. August 2023

Königsberg/Neukuhren
Ärger um gemeinsame Fußgänger- und Radwege
Die Zahl der Unfälle steigt – Bürger beschweren sich bei Behörden und fordern Konsequenzen
Jurij Tschernyschew

In diesem Sommer ist eine neue Kategorie von Verkehrsmitteln in die Straßenverkehrsordnung des Königsberger Gebiets aufgenommen worden. Dazu zählen Elek-troroller, Elektro-Skateboards, Elektroscooter und Segways. Diese Fahrzeuge dürfen auf einem Radweg oder, wenn kein solcher vorhanden ist, auf dem Bürgersteig fahren. Fußgänger haben jedoch immer Vorrang. Die Behörden der Pregelmetro-pole haben damit begonnen, spezielle Markierungen für Rad- und Rollerfahrer anzubringen.

Aufgemalte Markierungen unterteilen den Bürgersteig in zwei Teile. Für Rad- und Rollerfahrer wurde ein 75 Zentimeter bis einen Meter breiter Weg abgetrennt. Der verbleibende Teil des Bürgersteigs ist für Fußgänger vorgesehen. Piktogramme mit dem Bild eines Fahrrads und einer Person wurden neben den Markierungen angebracht.

Die Markierungen wurden auf den Hauptverkehrsstraßen der Stadt angebracht wie etwa der Samitter Allee [ul. Gorkogo] der Ponarther Straße [Kiewskaja] oder der Wrangelstraße [ul. Tschernjachowskaja]. Derzeit sind in Königsberg etwa 50 Kilometer Radwege angelegt, und das Bürgermeisteramt plant, diese Zahl auf 300 Kilometer zu erhöhen. In Zukunft sollen auch Markierungen entlang der Fahrbahn angebracht werden.

Doch schon zu Beginn der Markierungsarbeiten erhielt das Büro des Bürgermeisters zahlreiche Beschwerden von Bürgern. Einerseits sind Fußgänger verärgert darüber, dass sie die Bürgersteige mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen sollen. Andererseits wissen die Beamten der Stadtverwaltung selbst nicht, was sie mit den Pfosten und anderen Hindernissen anfangen sollen, die Radfahrer daran hindern, auf ihren Fahrspuren zu fahren.

Einige Hindernisse konnten beseitigt werden, aber beispielsweise Stützen von Beleuchtungs- und Stromleitungen müssen bleiben. Viele Rad- und Rollerfahrer beachten die Markierungen nicht und rasen über den Bürgersteig. Die Folge ist eine Zunahme von Unfällen.  

Die Einführung neuer Markierungen führt jedoch nicht nur in der Gebietshauptstadt zu Konfliktsituationen. Im Kurort Neukuhren [Pionerskij] hat eine Änderung der Verkehrsführung zu einer Unterschriftensammlung für den Rücktritt des Bürgermeisters geführt. Der Bau eines Abschnitts des Radwegs „Von Nehrung zu Nehrung“ (von der Frischen zur Kurischen) machte die Änderung der Verkehrsführung im Zentrum von Neukuhren erforderlich. Das Büro des Bürgermeisters beschloss, die Hälfte der Fahrbahn der Hauptstraße, die durch das Stadtzentrum führt, zur Einbahnstraße zu machen. 

Die Verwaltung war von den Argumenten der Bürger, dass die Straße unsicherer werden würde, nicht überzeugt. Daraufhin schlossen sich die Unzufriedenen in den sozialen Medien zur Gruppe  „Stimme Neukuhrens“ zusammen und begannen, Unterschriften für den Rücktritt des Bürgermeisters zu sammeln. Außerdem wandten sie sich an die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft kassierte den Beschluss des Verwaltungschefs zur Änderung der Verkehrsregelung, und verwies darauf, dass diese Straße, für die der Einbahnverkehr eingeführt worden war, Teilstück einer Kraftfahrstraße von regionaler Bedeutung sei. Für den Verkehr dar-auf sei das regionale Ministerium für Infrastrukturentwicklung zuständig. Jetzt ist der Verkehr dort wieder zweispurig, und Radfahrer können unter Beachtung der Verkehrsregeln die Fahrbahn benutzen.

Mit der Einhaltung der Regeln nehmen es viele Radfahrer nicht so genau. Um die zunehmende Zahl der Unfälle einzudämmen, hat die Polizei in diesem Sommer Kontrollen durchgeführt. Besonderes Augenmerk wurde auf Radfahrer unter 14 Jahren gelegt. Radfahrer zwischen sieben und 14 Jahren dürfen nicht auf der Straße fahren, sondern nur auf dem Radweg oder dem Bürgersteig.



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