04.02.2026

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Folge 33-23 vom 18. August 2023 / Der Wochenrückblick / Passt gerade nicht / Warum Kerosin plötzlich nicht mehr „klimaschädlich“ ist, und was auf Maui wirklich geschah

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 33-23 vom 18. August 2023

Der Wochenrückblick
Passt gerade nicht
Warum Kerosin plötzlich nicht mehr „klimaschädlich“ ist, und was auf Maui wirklich geschah
Hans Heckel

Das ist ja mal ganz was Neues: Nachdem der Feldversuch für den Bau eines Oberleitungsnetzes für elektrisch betriebene Lastwagen offensichtlich fehlgeschlagen ist, soll eine der drei Teststrecken wohl bald abgerissen werden! Wirklich beeindruckend, wie gründlich der Versuch fehlgeschlagen ist, selbst für unser Deutschland nach 16 Jahren Merkel und unter der Ampel.

Die Teststrecke in Baden-Württemberg wurde von aufgewirbeltem Streusalz lahmgelegt, technische Probleme und organisatorisches Chaos begleiteten das Projekt von Anfang an. Überhaupt hatten Experten den Ausbau eines flächendeckenden Netzes an 4000 Kilometern Autobahn schon beim Start des Tests als „völlig utopisch“ verworfen. Warner wiesen zudem darauf hin, dass die gewaltigen Bauten die Landung von Rettungshubschraubern auf der Autobahn unmöglich machten. Die Öko-Bilanz fiel verheerend aus, und dann kostete der Spaß bislang auch noch stolze 190 Millionen Euro.

Ja, ja, alles so weit verstanden. Aber das Ding stoppen, nur weil es bestialisch teuer ist und – vollkommen absehbar – sowieso niemals funktionieren wird? Das überrascht uns dann doch ganz erheblich. Normalerweise lautet die Devise in solchen Fällen: Dann machen wir eben mehr davon, bauen ordentlich aus und versenken Finanzmittel in diesem Blödsinn, bis es kracht. „Es ist ja nur Geld“ lautet das Bonmot unseres Wirtschaftsministers bei derartigen Gelegenheiten, das uns ebenso im Gedächtnis haften blieb wie Habecks sagenhafte Auslassungen zum Thema Insolvenz.

Diese Marschrichtung schlug unsere Politik schon bei der Euro-Krise ein und setzt sie mit ihrem Angriff auf die Heime und Heizungen der Bürger fort. Auch das wird nicht funktionieren, wie wir uns hier neulich zusammengerechnet haben. Aber dann machen wir’s eben umso doller. 

Aber manchmal geht es eben wirklich nicht mehr. „Nichts klappt“ titelten wir vergangene Woche, ohne zu ahnen, auf welch plastische Weise uns das Auswärtige Amt in dieser recht pauschalen Bestandsaufnahme bestätigen sollte. Die ganze Welt lacht über eine deutsche Außenministerin, die es selbst beim zweiten Anlauf nicht schafft, von Abu Dhabi nach Australien zu fliegen, weil der Schrottvogel der Flugbereitschaft die Startklappen nicht eingefahren bekommt. Das Geld für die Instandhaltung kann halt schon mal knapp werden, wenn man 137.000 Euro jährlich für die Visagistin von Frau Baerbock aufwenden muss. So geht das heute: Sie kriegen zwar nichts gebacken, sehen aber toll dabei aus! 200.000 Liter Kerosin mussten bei den gescheiterten Starts in die Luft gesprüht werden, um eine sichere Landung auf dem Ausgangsflughafen zu gewährleisten.

Ist das nicht auch umweltschädlich? Nicht doch, springt der WDR der Regierung bei: Nur ganz wenig davon lande auf dem Boden, das meiste verdunste in der Atmosphäre. In der Atmosphäre also – und was sagt das Klima dazu? Gar nichts, weil das nämlich jetzt gerade nicht passt. 

Denn passen müssen die Geschichten schon, die man uns erzählt. Nicht zur Wirklichkeit natürlich, aber auf jeden Fall zum großen „Narrativ“. So wusste besagtes Außenamt zu dem entsetzlichen Feuer auf der Hawaii-Insel Maui umgehend zu schlussfolgern, dass wir hier einen klaren Beleg für die „tödliche“ Bedrohung durch die „Klimakrise“ vor uns hätten. Es kamen bekanntlich fast hundert Menschen ums Leben.

Die Wähler gehören bestraft

Wer etwas näher hinguckt, dem springt der Vergleich zum Ahrtal ins Gesicht: ein monströses Versagen der Behörden. Auf Maui wurde zunächst gar nicht gewarnt. Die Gefahr zeigte sich den Leuten längst in gewaltigen Rauchsäulen, während Sirenen und Warn-Apps noch gemütlich schwiegen und öffentliche Verlautbarungen versprachen, man habe die Sache unter Kontrolle. Nichts hatte man. Und als die Warnungen und Evakuierungen endlich anliefen, war es eben für entsetzlich viele Menschen zu spät.

Diese Nachricht ist aber nicht „hilfreich“. Denn die Einsicht, dass behördliches Versagen für die hohe Opferzahl verantwortlich sein könnte, liegt quer zur Erzählung, hier sei das Ergebnis einer „Klimakrise“ zutage getreten. Wenn ein Schiff wegen schlampiger Wartung unter der Aufsicht eines desinteressierten Kapitäns absäuft und dabei fast hundert Menschen ertrinken, weil sie nicht rechtzeitig gewarnt wurden, verweisen Kapitän und Mannschaft gewiss auch lieber auf das schwierige Wetter als Urheber der Katastrophe. Noch dazu, wenn es ihnen gelingt, die Menschheit, also irgendwie sogar die Ertrunkenen, für das Wetter mitverantwortlich zu machen wie in der beliebten Erzählung von der „Klimakrise“

Die Wahrheit über die Tragödie von Maui ist noch aus einem zweiten Grund zu sperrig, um sie in der Öffentlichkeit groß auszubreiten. Hinter behördlichem Versagen steht bekanntlich immer auch ein politisches. Die Politik übt schließlich die Aufsicht über den Apparat aus, sie ist der Kopf des Fisches. Die Regierung des Staates Hawaii, dem der Katastrophenschutz auf Maui unterliegt, steht aber politisch links, es sind Demokraten, die dort seit vielen Jahren das Zepter führen. Wären es Republikaner, ließe sich über die Versäumnisse des Gouverneurs sicher eine eigene Geschichte schreiben, die man uns ganz gewiss auch in Deutschland sehr gern erzählt hätte. Insbesondere, wenn der Typ womöglich zum Trump-Lager in seiner Partei zählte. Aber so? 

Die Buchung des Unglücks aufs Konto der „Klimakrise“ bietet überdies die Chance für die Politik und ihr nahestehende Medien, die eigene Bevölkerung beim Kragen zu packen. Schließlich sollen an der „Krise“ ja die Menschen schuld sein wegen ihres sündigen Lebenswandels, ganz besonders natürlich die deutschen Menschen. So schiebt man die Verantwortung ganz sachte von einer linken Regierung und deren bräsiger Verwaltung auf die eigenen Bürger, auf dass deren Schuldgefühle erblühen mögen. Schuldgefühle machen gefügig. Wer sich schuldig vorkommt, der sehnt sich nach Vergebung und tut daher, was der Ankläger von ihm verlangt.

Wehe ihm, wenn nicht! Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Rede zum Jubiläum des Herrenchiemsee-Konvents, wo vor 75 Jahren das Grundgesetz entworfen wurde, das Richtschwert aus der Scheide gezogen und es grollend vor das Volk gehalten: „Kein mündiger Wähler kann sich auf mildernde Umstände herausreden, wenn er sehenden Auges politische Kräfte stärkt, die zur Verrohung unserer Gesellschaft und zur Aushöhlung der freiheitlichen Demokratie beitragen.“

Wen er mit diesen „Kräften“ meinte, darüber war sich die Medienwelt rasch einig, und das Bundespräsidialamt hat da auch nicht widersprochen: die AfD. „Mildernde Umstände“ ist ein Begriff aus dem Strafrecht. Ein Bundespräsident droht Oppositionswählern also mit der eisernen Härte des Strafrechts. Und das ausgerechnet zur Feier des Grundgesetzes – sehr aufschlussreich!