Kein Thema für Ebert
Begriffe wie „Klimaleugner“ oder „Verschwörungstheoretiker“ sind argumentative Bankrotterklärungen. Eine solche gibt auch der Diplom-Physiker und Kabarettist Vince Ebert in seinem Buch „Lichtblick statt Blackout“ ab. Dieses soll zwar erklärtermaßen dem Zweck dienen, die vielen Dogmen und Mythen der Klimaforscher beziehungsweise -schützer kritischer als derzeit meist üblich zu hinterfragen und anschließend neue Anregungen für ein effektiveres „Weltverbessern“ zu geben.
Allerdings ist Ebert gleichzeitig peinlichst darum bemüht, den „Leugnern des menschgemachten Klimawandels“ ja keine Argumente zu liefern, die diese dazu benutzen könnten, ihre „unwissenschaftlichen Thesen“ und „damit ihre Ideologie zu rechtfertigen“. Ein solcher Spagat kann nicht gelingen – auch wenn Eberts Ausführungen sehr leicht verdaulich und humoristisch daherkommen.
Das Aufdecken von „Denkfallen und Irrationalitäten“ rund um das Thema Klimaschutz und die Präsentation von pragmatischen Lösungen und Alternativen, deren Realisierung eher Bildung statt Einbildung erfordert, setzt nämlich eines zwingend voraus: Die Loslösung von dem Grunddogma, dass sich die Wissenschaft weitestgehend einig sei, was den Klimawandel und dessen Ursachen und Folgen betreffe. Aber genau das ist kein Thema für Ebert. Wolfgang Kaufmann
Vince Ebert: „Lichtblick statt Blackout. Warum wir beim Weltverbessern neu denken müssen“, dtv Verlagsgesellschaft, München 2022, broschiert, 216 Seiten, 15 Euro
Thema Trauer im Roman
Die Londonerin Natalie lebt antriebslos vor sich hin, seit ihr Mann vor zwei Jahren gestorben ist. Nichts ist mehr wichtig für sie. Selbst ihre Musik hat die Pianistin aufgegeben. Ihre Freundinnen versuchen, sie wieder an den Mann zu bringen. Eines Tages liegen Notenblätter bei dem Klavier am Bahnhof, die Natalie zum Spielen bringen, denn es sind genau ihre Lieblingslieder oder die ihres Liebsten. Wer hat sie dort hingelegt? Natalie schöpft wieder Hoffnung, denn diese Noten haben ihre tiefen Gefühle für ihren verstorbenen Mann wieder aufflammen lassen.
Lia Louis’ Roman „Unser Lied für immer“ ist frisch und locker geschrieben. Man kann ihn gut in einem Rutsch durchlesen. Die Gefühle von Natalie können diejenigen gut nachempfinden, die ebenfalls einen lieben Menschen verloren haben und die oft bei anderen Menschen auf Unverständnis stoßen, die sich die Dauer der Trauer nicht vorstellen können.
Louis hat bereits zwei Romane geschrieben, die Bestseller wurden.
A. Selke
Lia Louis: „Unser Lied für immer“, Penguin Verlag, München 2023, Taschenbuch, 448 Seiten, 14 Euro