24.03.2026

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Folge 36-23 vom 08. September 2023 / Tourismus / Fachkräftemangel in Hotels und Gastronomie / Die Ursachen sind vielfältig und die Lösungsansätze auch

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 36-23 vom 08. September 2023

Tourismus
Fachkräftemangel in Hotels und Gastronomie
Die Ursachen sind vielfältig und die Lösungsansätze auch
Peter Entinger

Der Fachkräftemangel in Hotels, Restaurants und Gaststätten hält weiterhin an. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im Jahresdurschnitt konnten etwa 17.000 Stellen nicht besetzt werden. Das entspricht 38,7 Prozent aller offenen Stellen in den Hotel- und Gaststättenberufen. Am stärksten sind die Engpässe im Bereich Hotellerie. Dort können 42,8 Prozent der offenen Stellen nicht besetzt werden. Der Engpass ist bei den Köchen mit einer Fachkräftelücke von mehr als 7.500 am größten. 

Insgesamt suchen immer weniger Personen eine Beschäftigung in Fachkraftberufen im Hotel- und Gaststättenbereich. Die Zahl der Arbeitslosen, die eine qualifizierte Fachkrafttätigkeit in diesen Berufen suchen, ist laut der Studie sehr stark gesunken und liegt nur noch bei der Hälfte des Vor-Corona-Werts. Die Zahl der offenen Stellen ist zwar gestiegen, liegt aber immer noch unter dem Wert vor der Pandemie. Damit sind die Engpässe in diesen Berufen vor allem durch das gesunkene Arbeitsangebot bedingt. 

Die Zahl der neuen Beschäftigungsverhältnisse in Hotel- und Gaststättenberufen, bei denen die Beschäftigten aus anderen Berufen kommen, ist durch die Corona-Pandemie stark gesunken. Während es 2019 noch 126.000 Wechsel aus anderen Berufen in die Gastro-Branche gab, waren es 2021 nur noch 74.000. 

Im Gastgewerbe sei es seit Jahren überdurchschnittlich schwierig, angebotene Ausbildungsplätze zu besetzen, teilen die Studien-Autoren mit. „Der Mitarbeitermangel gehört laut den monatlichen Dehoga-Umfragen regelmäßig zu den größten Herausforderungen für die Betriebe“, erklärt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). 

Die Gastronomie-Betriebe würden inzwischen vielfältig auf die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt reagieren. „Es gibt Betriebe, die sich daher gezwungen sehen, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen, Ruhetage einzuführen oder das Angebot der Speisekarte zu konzentrieren“, sagte Dehoga-Geschäftsführerin Sandra Warden (siehe auch Seite 21). In einigen Gaststätten sei zuletzt auch zu beobachten gewesen, dass mehr auf Selbstbedienung gesetzt werde statt einen kompletten Service am Tisch zu bieten. Warden äußerte die Hoffnung, dass die Branche schnell von den Möglichkeiten der reformierten Einwanderung wie auch der erleichterten Beschäftigung von Asylsuchern profitieren könne. Außerdem plädiert die Dehoga für „eine Offensive für die duale Ausbildung und mehr Wertschätzung für praktische Berufe und Tätigkeiten“. 

Schon vor der Pandemie hatten Gastronomie und Hotellerie Probleme, Mitarbeiter zu finden. Das lag zum einen an den eher unattraktiven Arbeitszeiten bis spätabends und am Wochenende, aber auch an der schlechten Bezahlung. Infolge der Corona-Krise haben sich viele Beschäftigte für andere Berufszweige entschieden. Zudem, so erklärt die Dehoga, haben auch die fortwährenden Lockdowns Spuren hinterlassen. Viele Beschäftigte seien auf Kurzarbeit umgestellt worden, Nebentätige hätten ihre Mini-Jobs verloren.