04.02.2026

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Folge 37-23 vom 15. September 2023 / Untersuchung / „Weil er eiskalt lügt“ / Der AfD-Obmann im Fachausschuss des Brandenburger Landtags erhebt schwere Vorwürfe gegen Lothar Wieler

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-23 vom 15. September 2023

Untersuchung
„Weil er eiskalt lügt“
Der AfD-Obmann im Fachausschuss des Brandenburger Landtags erhebt schwere Vorwürfe gegen Lothar Wieler

Lars Hünich von der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag gehört beiden brandenburgischen Corona-Ausschüssen an und war maßgeblich an deren Einsetzung beteiligt. Er wohnte auch der Befragung von Lothar Wieler und Brigitte Keller-Stanislawski am 1. September im UA Corona 2 bei. Über seine Eindrücke von dieser Einvernahme gab er dem Online-Portal des Schriftstellers und Journalisten Alexander Wallasch ein Exklusiv-Interview. 

In dessen Verlauf bezeichnete Hünich die drei DIN-A4-Seiten umfassende Aussagegenehmigung des Bundesgesundheitsministeriums für den früheren RKI-Chef Wieler als Leitfaden zur Aussageverweigerung, als „Maulkorb“. Dabei verwies er zum Vergleich auf die Aussagegenehmigung von Keller-Stanislawski vom Paul-Ehrlich-Institut, welche lediglich „vier oder fünf Zeilen“ umfasste. Ebenso kritisierte Hünich die Rolle von Heiko Rottmann-Großner. 

Der Unterabteilungsleiter aus dem Hause Lauterbach habe direkt neben Wieler gesessen und diesem ständig Zettel zugeschoben beziehungsweise gar laut interveniert, um Fragen als unzulässig zurückzuweisen. Das führte zu einer Beschwerde der AfD im nichtöffentlichen Teil der Anhörung, woraufhin Rottmann-Großner in größerem Abstand zu Wieler Platz nehmen musste.

Auf die Frage von Wallasch, ob Wieler ins Gefängnis gehöre, meinte Hünich zunächst: „Aus meiner Sicht ist Lothar Wieler nicht so unschuldig, wie er tut. Wieler ist jemand, der das bewusst mitgemacht hat und auch nach außen bewusst eskaliert hat.“ Dem fügte er dann im weiteren Verlauf des Interviews hinzu: „Gestern Abend hat mir jemand die Frage gestellt, ob Lothar Wieler Opfer oder Täter sei. Also Opfer im Sinne von einem Mitläufer, der alles mitmacht. Ich habe geantwortet, der Mann sei Täter. Ich wurde gefragt, woran ich das festmache. Und da habe ich gesagt, weil er eiskalt lügt. Aus meiner Überzeugung hat er bei zwei, drei Studien gelogen, und zwar eiskalt.“

Auf die Rolle der anderen Parteien angesprochen, beklagte Hünich, dass er nicht überall einen „echten Willen zur Aufklärung“ sehe. Dabei sei es eminent wichtig, herauszufinden, „ob das Robert-Koch-Institut mit dem Paul-Ehrlich-Institut … als eine Art Ersatzgesetzgeber agiert hat“. Wie der AfD-Obmann gegenüber Wallasch äußerte, bestehe in diesem Punkt weiterhin der meiste Klärungsbedarf. Deshalb war Hünich sofort nach dem überraschenden Abbruch der Befragung am 1. September und deren Vertagung auf den 13. Oktober in die Offensive gegangen: „Es sind jetzt anderthalb Monate Zeit bis zur nächsten Sitzung. Man hätte auch morgen früh weitermachen können. Das ist eine massive Behinderung des Ausschusses.“ 

Dabei kommt die Blockade in diesem Fall wohl eher von innen als von außen. Denn ein ernsthaftes Bemühen um Aufarbeitung der Corona-Zeit in Brandenburg war bisher nur bei den Ausschussmitgliedern mit AfD- und CDU-Parteibuch zu erkennen, während die Abgesandten der Linkspartei, der SPD und vor allem der Grünen durch mehr oder minder deutlich gezeigtes Desinteresse auffielen. W.K.