04.02.2026

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Folge 37-23 vom 15. September 2023 / Verkehr / Ideologischer Widerstand bremst U-Bahn-Bau / Politiker von Grünen und Linkspartei bevorzugen Straßenbahn-Erweiterung – Argument: Klimaschutz

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-23 vom 15. September 2023

Verkehr
Ideologischer Widerstand bremst U-Bahn-Bau
Politiker von Grünen und Linkspartei bevorzugen Straßenbahn-Erweiterung – Argument: Klimaschutz
Frank Bücker

Berlins Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) gab dieser Tage ihre Pläne zum Ausbau der Berliner U-Bahn bekannt. Neben der Verlängerung einiger bestehender Linien soll eine neue bereits seit Ende der 1920er Jahre geplante Linie 10 ausgeführt werden. 

Die Berliner Politik propagiert eine Verkehrswende hin zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weg vom motorisierten Individualverkehr. Die U-Bahn der Hauptstadt hat eine Länge von 149 Kilometern erreicht. Das ist verglichen mit Hamburg (106 Kilometer) und München (103) schon nicht viel, wenn man die Einwohnerzahlen heranzieht. Bis 2030 wird Paris sein Streckennetz auf 450 Kilometer Länge verdoppeln. 

Der weitere Ausbau von U- und S-Bahn wurde bisher in Berlin als angeblich schädlich verhindert, weil bei den Bauarbeiten zu viel CO₂ produziert werde. Stattdessen sollte das Straßenbahnnetz erweitert werden. Dieses Verkehrsmittel löst Verkehrsprobleme an der einen Stelle, indem es an anderer Stelle zusätzliche Schwierigkeiten schafft, denn die Straßenbahn belastet den ohnehin vielerorts stockenden Straßenverkehr. 

Doch genau darum scheint es ihren Verfechtern gerade zu gehen. Grüne Politiker und ihnen nahestehende Organisationen finden immer neue Argumente gegen den U-Bahn-Bau. In einem Gutachten heißt es: „Geplanter U-Bahn-Bau in Berlin schadet dem Klima“, U-Bahn-Bau verschärfe die Klimakrise, sie lindere sie nicht. 

Fakt ist, dass es in Berlin ein Ungleichgewicht zwischen den früheren Westsektoren und dem Ostteil der Stadt gibt. Das Kombinat VEB Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) im Ostteil der Stadt plante zwar einen großzügigen Aus- und Neubau von U-Bahn-Strecken. Aus Kostengründen unterblieb dies aber, und in Ost-Berlin wurden stattdessen billigere, aber weit weniger leistungsstarke Straßenbahn-Strecken errichtet. Darunter leiden die Menschen dort bis heute. Es wird Zeit, gleiche Lebensverhältnisse in Berlin zu schaffen. Die Berliner Straßenbahn erreicht eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 19 Kilometern pro Stunde, die Berliner U-Bahn kommt bei den Kleinprofilstrecken auf 27 und bei den Großprofilstrecken auf 32. Ein U-Bahn-Zug transportiert mehr Fahrgäste. Damit ist eigentlich alles gesagt. 

Die Linie 10 würde den Nordteil Ost-Berlins mit dem Südwesten der Stadt verbinden. Zahlreiche Bauvorleistungen in Form von Bahnhöfen, aber auch kompletten Tunneln und Gleisanlagen bieten sich für einen raschen Beginn der Bauarbeiten an. Die frühere grüne Verkehrssenatorin Bettina Jarasch bekämpfte die Linie 10 als „verspinnerte Vision“. Der Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linkspartei) sprach von „Unsinn“.

Beispielgebend für die Berliner Zustände bei der Verkehrsplanung und Bauausführung ist die beabsichtigte Verlängerung der Linie 3 in Berlin-Zehlendorf um 800 Meter, von denen 200 im Rohbau fertig sind. Bereits am 22. Dezember 1929, als die U-Bahn-Station Krumme Lanke eröffnet wurde, war diese Verlängerung zur Verknüpfung mit der S-Bahn vorgesehen. Nach einer „Machbarkeitsstudie“ sollen 2026 die Bauarbeiten endlich beginnen und 2031 die ersten Züge fahren. Von heute an gerechnet sind das also 800 Meter U-Bahn in acht Jahren.