Kai Wegner, der vermutlich mithilfe von AfD-Stimmen zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt wurde, hat nicht nur beim Koalitionspartner offene und heimliche Feinde. Auch in der CDU ist der Parteichef nicht unumstritten. Im Gegenteil: Seine innerparteilichen Gegner bei der Jungen Union (JU) keilen gegen Wegner, dass die Fetzen fliegen. Als vorläufiger Höhepunkt gilt der kürzliche Showdown um den Vorsitz der JU vor dem Landesparteigericht.
Das Gremium hatte neun (!) anhängige Verfahren zu klären, wie der „Tagesspiegel“ berichtete. Das Hauptstadtblatt fühlt sich an eine Vorstellung à la „House of Kärtchen“ erinnert. Die untalentierten Underwoods sind der Abgeordnete Lukas Schaal und der amtierende JU-Vorsitzende Harald Burkart.
Beide Seiten beschuldigen einander manipulierter Nominierungen und Wahlen. Jeder, der die CDU Berlin kennt, weiß, dass sowohl die Aufstellung der Wahllisten als auch der Ablauf von Wahlen allein in den Händen der Parteifunktionäre liegt.
Wegner, der Burkart nicht als JU-Vorsitzenden anerkennt, steht auf der Seite von Schaal und hat dafür schon eine Niederlage vor dem Kreisparteigericht Charlottenburg-Wilmersdorf erlitten, als er die Wahl des JU-Vorsitzenden für nichtig erklären wollte. Das sei keine Wahl, sondern ein unverbindliches Gespräch „in bierseliger Atmosphäre in einer Kneipe“ gewesen.
Beim schwul-lesbischen Motzstraßenfest soll es dann zum Eklat gekommen sein. Burkart, der im Festgewühl zu seinem Parteivorsitzenden vordringen wollte, angeblich, um mit ihm zu sprechen, sei von Wegners Personenschützer mit einem harten Schlag auf den Rücken abgedrängt worden. Auf Anfrage teilte die Senatskanzlei dazu mit, der Regierende habe „keinerlei körperliche Auseinandersetzung“ wahrgenommen. Die CDU hüllte sich in Schweigen. Die Polizei indes widerspricht der Darstellung der Senatskanzlei. Wie peinlich.