04.02.2026

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Folge 37-23 vom 15. September 2023 / Syrien / Drusen-Proteste gegen Assad flammen auf / Mit Demonstrationen gegen die Erhöhung der Treibstoffpreise fing es an

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 37-23 vom 15. September 2023

Syrien
Drusen-Proteste gegen Assad flammen auf
Mit Demonstrationen gegen die Erhöhung der Treibstoffpreise fing es an
Bodo Bost

Schon seit Wochen demonstrieren die Drusen in ihrer Hochburg Sweida gegen das Regime von Baschar al-Assad. Sie verbrennen Transparente des syrischen Präsidenten und protestieren gegen die jüngsten Beschlüsse der Regierung zur Erhöhung der Treibstoffpreise. Damit tun sie ihren Ärger über die Regierung kund.

Über den Demonstranten wehte die drusische Flagge, Demonstranten stürmten mehrere Büros der regierenden Baath-Partei in der Drusen-Hochburg, warfen Parteimitglieder aus ihren Büros, schweißten die Türen zu und sprühten regierungsfeindliche Parolen an die Wände.

Die Proteste richteten sich zunächst nur gegen die steigende Inflation und die sich verschlechternde Wirtschaftslage in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land, verlagerten sich aber schnell auf die Forderung nach dem Sturz der Regierung Assad. Die Proteste in der von der Regierung kontrollierten Provinz Sweida, dem Kernland der syrischen Drusen, die sich in dem Konflikt zwischen Assad und seinen Gegnern neutral verhalten hatten, kommen auch für Assad unerwartet. 

Untragbare Wirtschaftslage

Während Assads außenpolitischer Erfolg in den letzten Monaten zugenommen hat – Syrien wurde erstmals seit zwölf Jahren wieder zu einem Gipfel der Arabischen Liga eingeladen –, ist das Leben für einen Großteil der Bevölkerung des Landes immer untragbarer geworden. 

Mindestens 300.000 Zivilisten wurden in dem Bürgerkrieg getötet, die Hälfte der 23 Millionen Einwohner Syriens, die vor dem Krieg lebten, flüchtete – darunter fast zwei Millionen ins 4000 Kilometer entfernte Deutschland – und große Teile der Infrastruktur wurden zerstört. Da der Bürgerkrieg nie ein Ende hatte und es keine Versöhnung und Frieden gibt, gibt es auch keinen Wiederaufbau, wie etwa in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb folgt dem Krieg jetzt der wirtschaftliche Ruin, der für viele Menschen schlimmer ist als der Krieg. Dies ist die eigentliche Ursache der Proteste. 

Noch sind keine Toten zu beklagen

Dass der Aufruhr diesmal in Sweida begann, überrascht nicht, denn in der benachbarten Provinz Deraa hatten die ersten Proteste beim Bürgerkrieg von 2011 stattgefunden. Auch in Damaskus, Latakia, Tartus, Hassake und anderen städtischen Regierungshochburgen äußern einige ihren Unmut, aber eher im Stillen. Sie schreiben Botschaften zur Unterstützung der Proteste auf Papier, machen Fotos von diesen Zetteln auf den Straßen ihrer Städte und teilen diese in den sozialen Medien.

Die Proteste gegen die Regierung Assad kommen zu einer Zeit, in der die Regierungstruppen ihre Kontrolle über den größten Teil des Landes gefestigt haben und Damaskus in die arabische Gemeinschaft zurückgekehrt ist. In der von der Regierung kontrollierten Stadt Deraa wurden nach Angaben des in Großbritannien ansässigen Syrian Network for Human Rights mindestens 57 Personen festgenommen. Anders als 2011 haben die Regierungstruppen diesmal jedoch keine tödliche Gewalt angewendet. Diese hatte 2011 zum Krieg geführt.


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