Max Zimmering stammte aus Sachsen, erlangte nach ersten Erfahrungen als linker Autor sowie der Rückkehr aus dem Exil während der NS-Zeit in der DDR als Erzähler, Lyriker und Kinderbuchautor größere Bekanntheit. Seine Gedichte wurden in den Schulbüchern abgedruckt, gehörten zur Pflichtlektüre der Schüler und wurden bei Feierstunden rezitiert. Seine Kinderbücher waren von prägender Bedeutung für die Nachkriegsentwicklung dieses Genres. Er thematisierte Dresdens Untergang und teilweisen Wiederaufbau. Für sein Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Die diesbezügliche Palette reicht vom Heinrich-Mann-Preis über den Heinrich-Heine- und den Kunstpreis der DDR bis zum Nationalpreis. Mit seinem hinterlassenen literarischen Werk erreichte der Schriftsteller über seinen Tod vor 50 Jahren hinaus trotz vieler Einschränkungen nach der friedlichen Revolution bei vielen Lesern eine anhaltende Wirkung.
Seine Kinderbücher waren beliebt
Zimmering wurde am 16. November 1909 in Pirna geboren. Seine Eltern stammten aus Horodenka in Galizien. Er war der Sohn eines Uhrmachers, war mit der bekannten Künstlerin Lea Grundig verwandt und wuchs ab dem fünften Lebensjahr bei einem Onkel in Dresden auf. Dort besuchte er auch die Volksschule. Es folgten das Gymnasium in Wettin und die Oberrealschule in Dresden-Johannstadt.
Er war bereits als Schüler in verschiedenen jüdischen und linken Jugendorganisationen aktiv und veröffentlichte als Primaner in der Arbeiterpresse Gedichte, Kurzprosa sowie Glossen. Zimmering wurde 1928 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands (KJVD) und war deshalb Maßregelungen bis hin zur angedrohten Relegation ausgesetzt. Nach dem Abitur in Dresden begann er bei Fortsetzung seiner publizistischen Aktivitäten und Tätigkeit als Agitpropleiter des KJVD in Dresden eine Dekorateurslehre. Zimmering schrieb vor dem Hintergrund der ausufernden Weltwirtschaftskrise und des Erstarkens der Nationalsozialisten radikal sozialistisch.
Er trat der KPD bei und wurde Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller Deutschlands. Als er 1932 arbeitslos wurde, blieb ihm die Mitarbeit in linken Blättern. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten arbeitete er in Dresden illegal weiter, bis ihm der Boden zu heiß wurde.
Mitte 1933 flüchtete er vor dem Zugriff der neuen Machthaber ins Exil nach Paris. Es folgten verschiedene Exilstationen. Nach einem Aufenthalt in Palästina und Mitarbeit in linken Blättern in Prag flüchtete er vor den Auswirkungen des Münchner Abkommens nach England. Von dort aus unternahm er nach der Internierung als Deutscher wegen des Zweiten Weltkrieges eine „Unfreiwillige Weltreise“, die ihn bis nach Australien führte. Diese Erlebnisse verarbeitete der Schriftsteller später im gleichnamigen Buch.
Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien erreichten der Autorenverband PEN und linke Parlamentsabgeordnete seine Entlassung aus der Internierung. Zimmering arbeitete danach bei linken Zeitschriften mit, war aktiv in der Londoner Emigrationsgruppe der KPD tätig und engagierte sich im PEN-Club. In London erlebte er das Ende von Krieg und NS-Herrschaft. 1946 gelang dem gebürtigen Sachsen auf Vermittlung von Egon Erwin Kisch die Heimkehr ins zerstörte Dresden. Durch den Anblick der Trümmerlandschaft fühlte er sich in seiner linken Haltung mit der Forderung: „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ bestätigt.
Er thematisierte Dresdens Schicksal
Vom ersten Tag an engagierte sich Zimmering beim Aufbau des Sozialismus in seiner Heimat. Er wurde Mitglied der SED, fungierte als Mitglied des Landtages sowie dann des Bezirkstages in Dresden, übernahm den Vorsitz der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) Sachsen und wurde zum Vorsitzenden des Schriftstellerverbandes im Bezirk Dresden gewählt. Zwischendurch gab es Veröffentlichungen. Das reichte von „Buttje Pieter und sein Held“ über die lange unveröffentlichte Fassung von „Die Jagd nach dem Stiefel“ und „Phosphor und Flieder“, einem Roman über die Zerstörung und den teilweisen Wiederaufbau Dresdens, bis zu dem schlichten Gedichtband „Seht, wie uns die Sonne lacht“.
Ab 1950 war er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Zora Weil verheiratet. 1956 wurde der Sachse zum Ersten Sekretär des Deutschen Schriftstellerverbandes der DDR gewählt. Zwei Jahre später beriefen ihn die staatlichen Organe zum Direktor des Leipziger Literaturinstitutes „Johannes R. Becher“. Dort erfuhr der Schriftstellernachwuchs der DDR unter seiner Regie Anleitung. Parallel gab es von ihm weitere Veröffentlichungen.
Ab 1964 lebte das Mitglied des PEN-Zentrums der DDR wieder in Dresden als freischaffender Schriftsteller. Er erhielt weitere Ehrungen wie den Nationalpreis und die Ehrenbürgerschaft von Pirna. Doch blieben ihm nur noch wenige Jahre für die schriftstellerische Arbeit. Zimmering starb mit 63 Jahren am 15. September 1973 in der Elbmetropole und fand auf dem Heidefriedhof seine letzte Ruhe. Er hinterließ neben seinem literarischen Lebenswerk eine Tochter, Guliko Zimmering. Der Schauspieler Ron Zimmering ist sein Enkel. Nach seinem Tod erschienen noch zwei Gedichtbände von ihm.