Die Berliner Senatsverwaltung hat mit einer Werbekampagne möglicherweise mehr von der inneren Einstellung gewisser Kreise preisgegeben, als ihr lieb ist. Unter der Überschrift „Berliner Kulturlandschaft – geht auf uns“ wirbt die Verwaltung um neue Mitarbeiter für die Finanzämter. Zu sehen sind zwei Frauen, eine mit Kopftuch und eine, die äußerlich ein wenig an eine jüngere Version der früheren Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), erinnert. Schon lange hegen skeptische Zeitgenossen den Eindruck, als betrachte der Staat das Geld der Bürger eigentlich als das seine, während Politiker und Bürokraten kaum noch präsent hätten, dass jeder Cent, den sie ausgeben, Geld anderer Leute sei. Diese merkwürdige, nein, anmaßende Einstellung findet sich auch wieder in Begriffen wie „Steuergeschenk“, den Politiker gern verwenden, wenn sie den steuerzahlenden Bürgern nur etwas weniger wegnehmen. Der gönnerhafte Slogan von Berlin fügt sich perfekt in diese Denkweise. H.H.