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Folge 38-23 vom 22. September 2023 / Geschichte / Ohne sie wäre Europa nicht geboren worden / Die katholischen Orden waren Wegbereiter der abendländischen Zivilisation und Entwicklung

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 38-23 vom 22. September 2023

Geschichte
Ohne sie wäre Europa nicht geboren worden
Die katholischen Orden waren Wegbereiter der abendländischen Zivilisation und Entwicklung

Klöster und Ordensgemeinschaften haben im Mittelalter nicht nur weite Gebiete Europas urbar gemacht, sondern auch eigene Ordensstaaten gegründet. Der Deutsche Ordensstaat, die Wurzel des modernen Preußens, ist ein Beispiel dafür.

Das Mittelalter war die Hochphase des Ordenswesens. Schon sehr früh war das ägyptische Mönchswesen nach Europa gelangt, wo Frankreich und Italien eine Vorreiterrolle übernahmen. Benedikt von Nursia (480–547) gilt nicht nur als Mönchsvater Europas, sondern auch als Vater Europas schlechthin. Seine Benediktiner-Regel, in der Kurzformel „Bete und arbeite“ zusammengefasst, wurde zur Arbeitsethik eines aufbrechenden Kontinents. Die Abtswahlen der Benediktinerklöster waren die erste demokratische Errungenschaft Europas, Jahrhunderte vor dem ersten Parlament. 

Die Zisterzienser unter Bernhard von Clairvaux (1090–1157) wurden zur treibenden Kraft der Urbarmachung weiter Landschaften Osteuropas. Sie wurden zur Inspiration der Kreuzfahrerorden und später auch der karitativen Orden. Ganze Ordensstaaten im Orient, auf dem Balkan und im Baltikum wurden von ihnen gegründet und leisteten jahrhundertelang einen wichtigen Beitrag zur Einheit Europas und zur Entstehung des europäischen Gedankens. 

Auf dem Weg nach Palästina und in Palästina selbst hatten die christlichen Völker Europas zusammengefunden und eine eigene Identität in der Abgrenzung zum Islam entwickelt. Auch der Ordensstaat Preußen war indirekt ein Produkt des in Palästina gegründeten Deutschen Ordens. Der Deutschordensstaat existierte in der Zeit von 1230 bis 1561. Er umfasste das spätere West- und Ostpreußen sowie als eigenständiges Gebiet bis 1561 Livland im Baltikum, in etwa das heutige Estland und Lettland. 

Anders als die schon früher in Palästina gegründeten Ritterorden der Johanniter und Templer schlug der relativ spät gegründete Deutsche Orden einen anderen Weg ein. Er verlagerte nicht den gesamten Schwerpunkt seiner Macht in den Orient. Dort war bei seiner Gründung vor Akko 1190 die Macht der Kreuzfahrerstaaten bereits am Schwinden. Vom Hafen Akko aus konnte er frühzeitig den Schwerpunkt seiner Handlungen, nach einem kurzen Aufenthalt in Siebenbürgen, nach Nordosteuropa verlagern. 

Dort wuchs dem Orden bei der Christianisierung und Kolonisierung dieses Raumes eine zweite zivilisatorische Hauptrolle zu. Unter Führung des Ordens wurde ein aus heutiger Sicht modern anmutendes Staatswesen errichtet. Dessen kulturelle und zivilisatorische Errungenschaften bildeten eine der Grundlagen des späteren Staates Preußen. 

Der Ordensstaat ähnelte in seiner Organisation einer klösterlichen Gemeinschaft. Die Ordensritter hatten bereits in Syrien und Palästina einen ausgeprägten Beamtenapparat entwickelt, der später auch das Kennzeichen von Preußen werden sollte. Erst mit der Reformation seit 1517 zerfiel der Ordensstaat. Seine deutsche Kultur lebte jedoch noch sehr lange weiter.  bob


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