Traditionell hat der Landesverband des Bundes der Vertriebenen (BdV) Rheinland-Pfalz auch in diesem Jahr zum Tag der Heimat geladen. Der Einladung folgten eine Vielzahl von prominenten Vertretern aus Politik und Gesellschaft sowie Vertreter der Landsmannschaften.
In seiner Festrede betonte Landesvorsitzender Tobias Meyer (Haßloch/Pfalz) die Bedeutung seines Verbandes für die Gegenwart und Zukunft: Schon seit Jahrzehnten erfüllten die Heimatvertriebenen die Aufgabe des Vermittlers und Brückenbauers zwischen den Regierungen in alter und neuer Heimat sowie zwischen den Deutschen in der Bundesrepublik und den in der Heimat verbliebenen deutschen Minderheiten.
Mit großer Sorge schaue man daher auf die neusten Entwicklungen in der Republik Polen, wo die deutsche Minderheit von der polnischen Zentralregierung eine beispiellose Diskriminierungswelle erfahren müsse. Der muttersprachliche Unterricht in deutscher Sprache werde systematisch gekürzt und somit der Minderheit die wichtigste kulturelle Grundlage genommen.
Während man beispielsweise seitens der ungarischen Regierung begriffen habe, dass die deutsche Minderheit eine Bereicherung für die ungarische Gesellschaft darstelle, die es finanziell und ideell zu unterstützen gelte, erlebe man in Polen eine nie zuvor dagewesene Unterdrückung der deutschen Minderheit.
Zudem arbeite man mit Nachdruck an der ungerechten Rentenproblematik für Spätaussiedler. Vermehrt führe die derzeitige Praxis der Nichtanerkennung von sowjetischen Rentenansprüchen die Betroffenen in die Altersarmut, was der Lebensleistung der Spätaussiedler für die bundesdeutsche Gesellschaft nicht gerecht werde.
In seinem Grußwort dankte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Gordon Schnieder dem Verband für sein vielseitiges Wirken und brachte seine Unterstützung für die Anliegen und Forderungen des BdV zum Ausdruck. Vor allem unterstütze er die Forderung nach einem hauptamtlichen Beauftragten der Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, wie es ihn bereits in einer Vielzahl anderer Bundesländer gebe. Auch die Forderung des Verbands nach einer stärkeren Implementierung der Heimatvertriebenen- und Spätaussiedlerproblematik in die schulischen Lehrpläne unterstrich Schnieder für seine Fraktion.
Umrahmt wurde die Feierstunde von Lied- und Tanzbeiträgen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland: Eine Tanzgruppe aus Kaiserslautern präsentierte einen bunten Strauß an internationalen Tänzen, der Chor „Taliza“ erfreute mit russlanddeutschem Liedgut.
Bund der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz


