Ein Archäologe in Gefahr
Der Archäologe Lindberg wird von einer Ausgrabung in Lauenburg abberufen, da sehr bedeutende alte Unterlagen im Gemäuer einer Hamburger Villa gefunden worden sind. Sie stammen von dem Arzt Carl Severin, der während der Besatzung der Franzosen im Jahr 1813 dort gelebt hatte.
Bei den Dokumenten handelt es sich um einen wertvollen Schatz aus Ägypten. Dieser soll die DNA von Methusalem enthalten, der 969 Jahre alt geworden sein soll, wie die biblische Legende berichtet. Eine solche DNA würde der Forschung an lebensverlängernden Mitteln viel Geld einbringen. Lindberg befindet sich bald in Lebensgefahr. Den Standort des Artefaktes vermutet er in der Kirche in Rellingen nördlich von Hamburg. Auch andere wittern ihre Chance auf ein langes Leben oder die Möglichkeit, das Patent dafür gewinnbringend zu verkaufen.
Thomas Frankenfeld schildert in dem Roman „Der Methusalem-Code“ spannend die Ereignisse in der Gegenwart, und auch die Erlebnisse Dr. Severins im Jahr 1813 werden bildreich geschildert. Die Franzosen waren gnadenlose Besetzer Hamburgs. Sie warfen die armen Hamburger während des bitterkalten Winters durch die Stadttore hinaus, die meisten erfroren. Frankenfeld war zuletzt Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“.A. Selke
Thomas Frankenfeld: „Der Methusalem-Code“, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2023, Taschenbuch, 346 Seiten, 14 Euro
Zeitkolorit eingefangen
Sachsen im Jahr 1756. Friedrich der Große hat das Land angegriffen. König Friedrich August, der auch zugleich Herrscher von Polen ist, und sein Premierminister Heinrich von Brühl fliehen nach Warschau, während die sterbende Königin und Marianne von Brühl in Dresden bleiben. Als die Preußen die Kulturstadt verwüsten, beschließt die Gräfin von Brühl, Friedrich II. zu vergiften. Mit einem mit der giftigen Substanz Tufania gefüllten Flakon reist sie in einer Postkutsche von Dresden nach Leipzig, wo Friedrich sich aufhalten soll. Für ihren Plan will sie die Dichter Gellert und Gottsched gewinnen, die der schöngeistige Monarch bereits empfangen hat.
Statt der zu erwartenden spannenden Handlung folgt nun eine Art endlos erscheinendes „Road-Movie“, dessen Höhepunkt der Besuch der Gräfin im Hause des Dichters Gottsched zu sein scheint. Das eigentliche Attentat – das es tatsächlich gab, aber kaum bekannt wurde – wird zum Schluss kurz abgehandelt. Hans Pleschinskis Verdienst ist es, in seinem Roman „Der Flakon“ das Zeitkolorit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eingefangen zu haben.MRK
Hans Pleschinski: „Der Flakon“, C.H. Beck Verlag, München 2023, gebunden, 360 Seiten, 26 Euro


