Nichts wurde verziehen
Zu: Verschweigen, Vernebeln, Wegducken (Nr. 37)
Dass das politische Establishment versucht, eine systematische Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen zu verhindern, erklärt sich aus unserer politischen Unkultur, Fehlleistungen zum Abschuss gegnerischer Akteure zu nutzen.
Moralisch verwerflich daran ist, dass auf eine durchaus mögliche Verbesserung von Pandemie-Maßnahmen bewusst verzichtet wird. Man wird auch auf die nächste Pandemie instinktiv und interessengeleitet antworten und dabei weiterhin im Blindflug unterwegs sein. Das weise Wort von Jens Spahn, man werde sich vieles verzeihen müssen, ist leider wirkungslos verhallt.
Jörg Neubauer, Neu-Isenburg
falsch fokussierte Politik
Zu: Verschweigen, Vernebeln, Wegducken (Nr. 37)
Leider kommen immer noch nicht die möglich gewesenen Alternativen ab der dritten Coronawelle zur Sprache, nämlich Prävention durch Lüftungsgeräte mit mittlerer Luftfeuchte, Kupfermasken (die Kupfermasken galten nicht als gleichwertig zur FPP II, denn sie hätten möglicherweise den Träger der Maske auch geschützt), Halstabletten, orthomolekulare Medizin und Holunderbeersaft.
Alles war auf Impfungen ausgerichtet oder vielleicht auf eine gewollte Durchseuchung. Die Wiener Ärztin, die mit einem Asthmaspray von Anfang an den Krankheitsverlauf mindern konnte, ist bis heute nicht gehört worden.
Die „Kasernierung“ der alten Menschen in den Pflegeheimen trotz Impfungen war dabei die herzloseste Maßnahme. Andere Lösungen wurden gar nicht in Erwägung gezogen wie gut belüftete Besuchsbereiche als Schleuse. Es war eine auf das Impfgeschäft und die Zwangsdigitalisierung der Bürger fokussierte Politik. Es wurde auch nicht geprüft, ob jemand bereits Abwehrkräfte hat, und trotzdem wurde geimpft. Es hätte Zonen für Geimpfte und Nicht-Geimpfte geben können, man hätte am Supermarkt die Einkaufstüten zur Abholung bereitstellen können, anstatt alles zu schließen und nur die Supermärkte offen zu lassen. Die dann zuhauf zum Teil schlecht programmierten Apps und Programme oder der mangelnde Datenschutz wären auch ein interessantes Thema.
Valentina Selge, Lippstadt
Schwache Erinnerungen
Zu: Auf der Jagd nach neuen Soldaten (Nr. 37)
Ich muss weit zurückdenken, als Kriegsdienstverweigerer von den Grünen für ihre Haltung bewundert wurden und wie sie Wehrdienstleistende als „Baby Mörder“ verunglimpften. Oder können sich die Linken und Grünen noch an den Spruch erinnern: „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.“ Mich würde gerne interessieren, wie die deutschen Behörden heute bei einer Auslieferung reagieren. Ob die grün-rote Politik sich daran noch erinnert?
Bernd Wegter, Nordhorn
was das für ein Schmarrn
Zu: „Ein Sturm im Pappbecher“ (Nr. 36)
Es ist Wahlkampf in Bayern, und gewisse Parteien sehen ihre Felle davonschwimmen. Also muss man mit schmutzigen Mitteln versuchen, den Gegner zu diskreditieren. Und wenn man ihn anhand seiner aktuellen Politik nicht fassen kann, dann scheuen sich gewisse Parteien auch nicht, alte Jugendsünden auszugraben und ihn damit zu verleumden.
Denn wie sich ja herausgestellt hat, war es ja der Bruder, und Hubert Aiwanger hat nur versucht, die weitere Verbreitung zu verhindern. Aber solche Feinheiten und die Tatsache, dass Aiwanger seinen Bruder geschützt und nicht verraten hat, hat man bei der „Süddeutschen Zeitung“ leider vergessen zu erwähnen. Dazu kommt ein früherer Aiwanger-Lehrer, der 30 Jahre lang wartet und immer wieder versucht, seine Geschichte wie Sauerbier an die Medien zu lancieren, wobei die meisten abgelehnt haben mit der Begründung: zu dürftig und schon zu lange her.
Ich kann nur hoffen, dass der aufgeklärte Wähler in Bayern sieht, was das für ein Schmarrn ist und sich dann am Tag der Wahl daran erinnert. Denn wer im Vorfeld mit seinen Gegnern so umspringt und Schmutz verbreitet – was macht der erst mit dem Wähler, wenn er an der Macht ist? Ich denke doch, dass wir schon genug Leute in der Politik haben, die mit Deutschland nichts anzufangen wissen und die Vaterlandsliebe zum Kotzen finden. Da braucht es nicht noch mehr von solchen.
Nils Pellnat, Eddelak
Wo blieb der Aufschrei?
Zu: Jeder zweite ein Ausländer (Nr. 36)
Es ist zu begrüßen, dass das Thema Vergewaltigung wieder aufgegriffen wird. Die Politik behandelt dieses Thema mit einer unglaublichen Ignoranz. Oder wenn sie sich dazu herabgelassen hat, sich zu äußern, dann in der Weise, dass die Opfer die Tat selbst verschuldet hätten. Aber auch große Teile der Gesellschaft haben sich der Meinung angeschlossen. Es gab keinen Aufschrei. An dieser Stelle muss auch angemerkt werden, dass es falsch ist, wenn vielfach nur von den Ausländern die Rede ist.
Heinz-Peter-Kröske, Hameln
Ineffiziente Wärmepumpe
Zu: Wie kommt die Wirtschaft aus der Energiekostenfalle? (Nr. 35)
Unsere Regierung beschließt, was von uns zu tun ist, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Sie weist darauf hin, dass in Deutschland 40 Prozent der Emissionen dem Gebäudesektor anzurechnen sind. Da unser Emissionsanteil insgesamt weltweit zwei Prozent ausmacht, fallen diese 40 Prozent mit 0,8 Prozent ins Gewicht.
Dieser Wert soll nun mithilfe von Wärmepumpen in Deutschland gegen Null gesenkt werden. Die Leistungszahl (COP) einer Wärmepumpe gilt für einen bestimmten Zustand. Zum Beispiel einer Lufttemperatur von zehn Grad Celsius und einer Vorlauftemperatur von 35 Grad Celsius. Ein Zustand, der in der Heizungsperiode unrealistisch ist, weswegen die echten Leistungswerte viel niedriger ausfallen. Um zu wissen, ob eine Wärmpumpe im Altbau effizient arbeitet, muss man die Jahresarbeitszahl (JAZ) kennen. Je höher die JAZ ist, desto wirtschaftlicher kann man ein Haus beheizen. Bei effizienten Wärmepumpen liegt die JAZ in einem Bereich von 3,0 bis 4,5. Das heißt, die Wärmepumpe gibt etwa viermal mehr Energie ab, als sie kostenpflichtig aus dem Stromnetz bezieht. Diese JAZ erzielen Wärmepumpen aber nur beim Einbau in gut gedämmten Neubauten und in wärmetechnisch optimal sanierten Altbauten.
Für die Sanierung von Altbauten sind Experten zufolge, 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter zu veranschlagen. Diesen Aufwand blenden die Fachkräfte der Ampel aus. Sie verteilen Beruhigungspillen, indem sie versprechen, dafür zu sorgen, dass die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe, den Beschaffungskosten einer fossilen Heizung gleichkämen, und tun so, als sei dann schon alles getan, um kostengünstig heizen zu können. Ist Baron Münchhausen auferstanden und als Berater der Ampel tätig? Das Märchen passt zum Lügenbaron. Fakt ist, dass Altbaubesitzer die Sanierungskosten auf sich nehmen müssen, um mit einer Wärmepumpe effizient heizen zu können. Ansonsten ist die Pumpe geschenkt ihr Geld nicht wert.
Wer den Wärmepumpeneinbau im Gesetz verankert, um das Klima zu retten, der sorgt dafür, dass das Lebenswerk vieler Menschen, ihr Wohneigentum, teilentwertet oder gar zum Klotz am Bein wird. Hinzu kommt, dass die Eigentümer von Altbauten nicht mit verbilligtem Industriestrom rechnen können, sondern lediglich mit künftig noch brauner erzeugtem teuren Grünstrom.
Helmut Schmidt, Baltersweiler


