04.02.2026

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Folge 42-23 vom 20. Oktober 2023 / Stromausfälle / Ein Blackout hat das Bundeskriminalamt lahmgelegt / Das Notstromaggregat sprang nicht an – Innere Sicherheit Deutschlands für Stunden in Gefahr

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-23 vom 20. Oktober 2023

Stromausfälle
Ein Blackout hat das Bundeskriminalamt lahmgelegt
Das Notstromaggregat sprang nicht an – Innere Sicherheit Deutschlands für Stunden in Gefahr
Wolfgang Kaufmann

Im vorigen Monat ereigneten sich im Großraum Wiesbaden zwei größere Stromausfälle mit teilweise schwerwiegenden Folgen, welche erst später im Detail bekannt wurden. Zunächst gab es am Sonntag, dem 17. September, einen Blackout im Rheingau, von dem laut Auskunft des zuständigen Stromversorgers Syna knapp 2000 Haushalte in Geisenheim, Mittelheim, Johannisberg, Stephanshausen, Winkel und Oestrich betroffen waren. Verantwortlich hierfür soll ein Kurzschluss in einem defekten Erdkabel gewesen sein.

Dann erloschen in der Nacht zum 18. September gegen 3 Uhr auch die Lichter in vier Stadtteilen der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, wobei diesmal sogar 100.000 Menschen keinen Strom hatten. Aufgrund der sofortigen Bemühungen der ESWE Versorgungs AG dauerte der Ausfall in manchen Gebieten nur um die dreißig Minuten, und für die letzten Privatkunden endete die Zeit ohne elektrische Energie dann gegen 5 Uhr. Hier lag die Wurzel des Übels ebenfalls in einem defekten Kabel – nunmehr unterhalb einer vielbefahrenen Straße in der Innenstadt.

Aufgrund der Probleme mit dem Stromnetz in und um Wiesbaden kam es im weiteren Verlauf des Montagmorgens zu zeitversetzten Ausfällen in zwei Rechenzentren des Bundeskriminalamtes (BKA). Dabei verfügt Deutschlands wichtigste Polizeibehörde, welche die nationale Bekämpfung der Kriminalität im Zusammenwirken mit den Landeskriminalämtern koordiniert und darüber hinaus auch länderübergreifend und international tätig ist, eigentlich über Notstromgeneratoren zur Versorgung der Infrastruktur. Diese dieselgetriebenen Aggregate konnten jedoch nicht hochgefahren werden, und deswegen lief die Arbeit in den Rechenzentren erst am Dienstagnachmittag wieder normal.

Durch den Blackout im Bundeskriminalamt waren wichtige Systeme wie die zentrale Polizei-Datenbank Inpol und das erweiterte Schengen-Informationssystem (SIS), das die für Grenzkontrollen relevanten Informationen bereitstellt, zeitweise lahmgelegt, was laut BKA zu „signifikanten Verzögerungen“ bei der Reaktion auf entsprechende Datenabfragen führte. Daraus resultierte auch eine Beeinträchtigung von Fahndungsmaßnahmen, die den Austausch von personenbezogenen Informationen, Fotos und Fingerabdrücken erfordern. Doch damit nicht genug.

Ebenfalls behindert wurde die Ermittlungstätigkeit im Bereich Kinderpornografie, weil eine technische Schnittstelle ausfiel. Deswegen konnten die BKA-Mitarbeiter gemeldete Verdachtsfälle zwischen Montagmorgen und Dienstagnachmittag nur eingeschränkt bearbeiten.

Gegenüber der „Hessenschau“, dem Regionalmagazin des Hessischen Rundfunks, erklärte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes: „Das BKA wird die Probleme bei der Notstromversorgung mit größter Sorgfalt nachbereiten, um die entsprechenden Schwachstellen zu beseitigen.“ Sie äußerte sich nicht darüber, ob der skandalöse Vorfall, der letztlich zur Beeinträchtigung der inneren Sicherheit Deutschlands führte, auch dienstrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen haben wird.