04.02.2026

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Folge 42-23 vom 20. Oktober 2023 / Bert Trautmann / Briefmarke zum Geburtstag

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 42-23 vom 20. Oktober 2023

Bert Trautmann
Briefmarke zum Geburtstag
Manuel Ruoff

Mit Bernhard Carl „Bert“ Trautmann wurde 1956 erstmals ein Deutscher in England zum Fußballer des Jahres gewählt. Dass es dazu kam, lag maßgeblich am Zweiten Weltkrieg. An jenem nahm der am 22. Oktober 1923 in Bremen geborene Hanseat als Fallschirmjäger teil. Als Luftwaffensoldat geriet er gegen Ende des Krieges in britische Kriegsgefangenschaft und wurde in ein Lager bei Manchester verbracht. Bei einem Fußballspiel unter deutschen Kriegsgefangenen wurde der Trainer des Provinzclubs St. Helens auf Bernd Trautmanns Talent als Torwart aufmerksam und engagierte ihn für seinen Verein. Das Angebot, nach seiner Kriegsgefangenschaft 1948 in die Heimat zurückzukehren, schlug er aus.

1949 wechselte er zum sportlich ungleich bedeutenderen Erstligisten Manchester City. Dem vormaligen Kriegsgegner schlug in Manchester durchaus Feindschaft entgegen. Mit seiner Art und vor allem seinen sportlichen Leistungen gelang es ihm jedoch, seine Kritiker zu überzeugen. 

Der Durchbruch gelang Trautmann 1956 beim FA-Cup-Finale im Londoner Wembley-Stadion unter den Augen von Königin Elisabeth II. Dass bei drei Toren seiner eigenen Mannschaft dem Gegner Birmingham City nur ein Gegentor gelang, war maßgeblich sein Verdienst. In der 75. Spielminute verletzte ihn ein Gegenspieler mit dem Knie schwer am Genick. Aber er blieb im Tor und verhinderte, dass dem Gegner ein weiterer Treffer gelang. Spätestens zum Helden wurde Trautmann, als herauskam, dass die Verletzung derart schwer war, dass das Weiterspielen trotz und mit ihr ihm hätte das Leben kosten können. Nachdem 1960 der englische Fußballverband entschieden hatte, bei den Ligaauswahl-Mannschaften auch Ausländer zuzulassen, wurde Trautmann Kapitän dieses All-Star-Teams. Nach 15 Jahren und über 400 Pflichtspielen verabschiedeten sich Trautmann und Manchester City 1964 mit einem grandiosen Abschiedsspiel vor schätzungsweise 60.000 Zuschauern im völlig überfüllten Stadion an der Maine Road voneinander.

Trautmann wechselte wie viele Profis ins Trainerlager. Dort knüpfte er nicht an seine Erfolge als aktiver Spieler an. Dessen ungeachtet hochgeehrt, starb Trautmann am 19. Juli 2013 in seinem Haus in Spanien an einem Herzinfarkt.

Anlässlich seines bevorstehenden 100. Geburtstags hat das Bundesfinanzministerium Trautmann mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Am 5. Oktober wurde das Sonderpostwertzeichen „100. Geburtstag Bernhard Carl ,Bert‘ Trautmann“ herausgegeben. Eine Woche später fand die Präsentation im Wolffschen Bau des Nürnberger Rathauses statt. Die Gestaltung des Postwertzeichens und der Ersttagsstempel stammen von Andreas Ahrens aus Hannover.