Wissenswertes über die Leber
Die Deutsche Leberstiftung möchte mit dem ausführlichen Nachschlagewerk „Leber-Buch“ den Lesern die Aufgaben des Organs vorstellen und Tipps für eine gesunde Leber geben, denn als zentrales Stoffwechselorgan spielt sie eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung des Körpers. Eine kranke Leber verursacht meist keine Schmerzen, und so merkt der Mensch nur anhand von Gewichtszunahme, dass er vermutlich eine Fettleber hat. Diese entsteht, wenn der Leber zu viel zugemutet wird an ungesundem und übermäßigem Essen und zusätzlichem Bewegungsmangel. Außerdem ist jedem bekannt, dass Alkohol der Leber besonders schadet. Symptome bei einer kranken Leber sind auch große Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
Die Deutsche Leberstiftung setzt sich für die Früherkennung ein. Das Buch ist sehr ausführlich und strukturiert. Es wird erklärt, was die Leber angreift. Am Schluss wird eine gesunde Ernährung vorgestellt für Leberkranke, aber auch für Menschen, die es erst gar nicht so weit kommen lassen wollen.
Das Einzige, was bei diesem informativen Buch ungünstig ausfällt, sind die Zeichnungen der Organe in Form eines Comics. Diese sind nicht gut gelungen. Angela Selke
Deutsche Leberstiftung (Hrsg.): „Das Leber-Buch“, Humboldt Verlag, Hannover 2023, broschiert, 200 Seiten, 19,99 Euro
Reichlich konstruiert
In dem Roman „Die Enkelin“ erzählt der preisgekrönte deutsche Schriftsteller Bernhard Schlink die Geschichte einer deutsch-deutschen Ehe. Der Protagonist Kaspar hat seiner Frau Birgit noch vor der friedlichen Revolution zur Flucht aus der DDR verholfen. Birgit zuliebe verzichtet er auf sein Studium und wird Buchhändler. Birgit lebt ihr eigenes Leben neben Kaspar, arbeitet kurz in der Buchhandlung mit, reist nach Poonah, kehrt zurück und widmet sich dem Schreiben. Kaspar erträgt sogar ihre Alkoholsucht, der sie schließlich erliegt. Nach Birgits Tod erfährt Kaspar aus deren Tagebuch, dass sie in der DDR eine Tochter hatte, die sie nach der Geburt weggegeben hatte. Kaspar begibt sich auf die Suche und findet die „Enkelin“ in einer völkisch ausgerichteten Lebensgemeinschaft. Es gelingt ihm, über Bücher und klassische Musik das Vertrauen des Mädchens zu gewinnen.
Die devote Haltung des Protagonisten wirkt recht konstruiert, ebenso wie die Beschreibung der völkischen Gemeinschaft, gespickt mit Stereotypen wie „die völkische Jugend reist nach Ostpreußen und Schlesien“.
MRK
Bernhard Schlink: „Die Enkelin“, Diogenes Verlag, Zürich 2021, gebunden, 367 Seiten, 25 Euro