Kahlschlag in Saarbrücken
Saarbrücken – In einem der wichtigsten Industriebetriebe des Saarlandes, dem Getriebewerk der ZF Friedrichshafen AG in Saarbrücken, werden bis 2032 7000 der jetzt noch 10.000 Arbeitsplätze verschwinden. Dies gab der Gesamtbetriebsrat des Unternehmens bekannt. Ursache des Personalabbaus ist das von der EU verordnete Aus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, durch welche die Nachfrage nach Getrieben drastisch sinken dürfte, weswegen die aktuell geltende Beschäftigungsgarantie bei ZF 2025 ausläuft. Das Management des Konzerns hofft, dass etliche der freigesetzten Mitarbeiter in der geplanten Chipfabrik des US-Unternehmens Wolfspeed im saarländischen Ensdorf unterkommen können. Zuvor hatte schon der Autohersteller Ford seinen Rückzug aus Saarlouis ab 2025 angekündigt, was weitere 4500 Arbeitsplätze kosten wird, denn die erhoffte Übernahme des Ford-Werkes durch die chinesischen Autofirmen BYD und Chery scheiterte.W.K.
E-Auto-Bauer mogeln
München – Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ hat der ADAC herausgefunden, dass die Automobilhersteller bei den Angaben über die Batteriekapazität ihrer Elektrofahrzeuge falsche Zahlen nennen, womit nach dem Dieselskandal ein weiterer Skandal in der Autobranche droht. Beispielsweise wurde bei Langzeittests am Volkswagen-Modell ID.3 im ADAC-Technikzentrum eine Batteriekapazität von rund 69 Kilowattstunden ermittelt. Dies steht im Gegensatz zu den Aussagen von VW, denen zufolge 77 Kilowattstunden verfügbar sein sollen. Experten vermuten, dass der Konzern einen Teil der Akkukapazität reserviere und später per Softwarebefehl freigebe, wenn die Leistungsfähigkeit der Batterie zurückgehe. Damit lasse sich der teure Austausch des Stromspeichers hinauszögern, bei dem Kosten in fünfstelliger Höhe anfielen. Nach Angaben von Juristen könne eine solche Vorgehensweise zu erheblichen Schadenersatzansprüchen führen.W.K.
Russland baut Ersatzteile nach
Moskau – Laut der Zeitung „Izwestija“ haben der russische Staatskonzern Rosatom und die Fluggesellschaft Aeroflot damit begonnen, Ersatzteile von Airbus und Boeing nachzubauen. Weil der Nachschub an Ersatzteilen der beiden Marktführer aufgrund der Sanktionen des Westens versiegt ist, die russische Luftfahrt aber die Flugzeuge der Amerikaner und Europäer noch nicht durch heimische Jets ersetzen kann, sahen sich Rosatom und Aeroflot zu einem Zusammenschluss zwecks Kopierens vorhandener Flugzeugteile genötigt. Bis zum Frühjahr 2024 sollen Teile für Kabinen, Gepäckräume und Strukturreparaturen etwa bei Luft- und Wasserfiltern, Kunsstoff-, Metall-, Verbund- und Gummiprodukte sowie Elektronikbauteile wie Wechselrichter, Netzteile, Sensoren und Anzeigegeräte zum Einsatz kommen. Derzeit werde an der technischen Dokumentation gearbeitet. MRK