Antisolidarische Arschlöcher“, „Covidioten“, „faschistische Bagage“, „Schwurbler“, „Todesengel“, „Volksverräter“ – wer am Sinn der zumeist völlig überzogenen Corona-Maßnahmen zweifelte und auch nicht bereit war, sich mit einem experimentellen, höchst nebenwirkungsträchtigen Vakzin impfen zu lassen, musste zwischen 2020 und 2022 solche oder ähnliche Beleidigungen ertragen. Mittlerweile sind die Hetzer und Scharfmacher von damals aus der Politik und den Mainstream-Medien, den Kirchen, der Wissenschaft sowie den Reihen den staatstragenden Künstler sämtlich recht still geworden, sofern sie nicht feige versuchen, die Schuld auf andere abzuwälzen, oder die Dreistigkeit besitzen, lauthals alle Versuche der Aufarbeitung der Geschehnisse für überflüssig zu erklären. Deshalb sind Bücher wie „Gegen das Vergessen“ unverzichtbar.
Darin beschreibt der Wiener Journalist Werner Reichel, mit welch abgrundtiefer Menschenverachtung Überzeugungstäter, Mitläufer und Claqueure des Corona-Maßnahmenstaates sowie Pandemie-Profiteure agierten und argumentierten, wobei er die Betreffenden rund 400 Mal zitiert. Viele der entlarvenden Wortmeldungen wurden inzwischen verschämt gelöscht, verdienen es aber, als Musterbeispiele totalitären Denkens für immer festgehalten zu werden. Darunter fallen beispielsweise solche Sätze: „Ich … möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen“ vom Ressortleiter Politik bei RTL, Nikolaus Blome. Eine ausnehmende Schande waren auch Aussprüche wie: „Freiheit heißt Impfpflicht für alle“ vom ehemaligen CSU-Generalsekretär Markus Blume oder „Die Unverletzlichkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“ vom angeblichen „Gesundheitsminister der Herzen“ Karl Lauterbach (SPD).
Besonders negativ fielen darüber hinaus zahlreiche Künstler oder Kostgänger der öffentlich-rechtlichen Medien auf, die sich entweder als unkritisches Sprachrohr einer übergriffigen Regierung betätigten oder gar selbst noch mit üblen Beleidigungen Öl ins Feuer gossen. Dazu zählten unter anderem Sarah Bosetti, Jan Böhmermann, Oliver Welke, Wolf Biermann, Peter Maffay, Roland Kaiser, Howard Carpendale, Sarah Connor, Eckart von Hirschhausen und Günter Jauch. Ihre unrühmliche Rolle wird – dank Reichel – ebenfalls unvergessen bleiben.
Werner Reichel: „Gegen das Vergessen. Corona ist erst vorbei, wenn bei den Schuldigen die Handschellen klicken“, Kopp Verlag, Rottenburg 2023, gebunden, 240 Seiten, 19,99 Euro


