Am 20. April machte die scheidende grüne Verkehrssenatorin Bettina Jarasch in ihren letzten Amtstagen den Berliner Autofahrern ein letztes „Geschenk“. Die frühere Autobahn A 104 – 2006 leider zur Kraftverkehrsstraße herabgestuft und damit der Zuständigkeit des Bundesverkehrsministers entzogen – wurde im Bereich des Schlangenbader Tunnels in Berlin-Wilmersdorf für den Verkehr gesperrt. Sicherheitsbedenken hatte Jarasch geäußert.
Die Sicherheitsausstattung im Tunnel entspreche nicht den neuesten Standards. So fehlten Lautsprecher, über die im Notfall Informationen weitergegeben werden könnten, und Kameras zur Überwachung. Auch seien Fluchttüren bei Rauchbildung nicht gut genug zu erkennen. Die Lüftung sei defekt. Der mutmaßliche Hintergrund: Eigentlich wollte Jarasch die ganze frühere A 104 abreißen lassen.
Daraus wird nun nichts. Die nunmehrige Verkehrssenatorin Manja Schreiner von der CDU hat monatelang geprüft. Was hat denn da so lange gedauert? Da ist ein fertiger Autobahntunnel, der „saniert“ werden soll. Nun wird der Tunnel für sage und schreibe 32,5 Millionen Euro saniert, was endlose zwei Jahre dauern soll. Die frühere A 104 hat eine Gesamtlänge von drei Kilometern. Der Tunnel ist lächerliche 561 Meter lang. Dafür werden nun einige neue Lautsprecher benötigt, Hinweisschilder für Fluchttüren, ein Gebläse, um im Falle eines Falles den Rauch abzusaugen und anderer Kleinkram.
In Berlin dauert so etwas zwei Jahre – und wahrscheinlich nur hier in Berlin. Die zuständige Wahlkreisabgeordnete Stefanie Bung von der CDU freut sich: „CDU wirkt“ – na ja, man ist ja bescheiden geworden. In der Zwischenzeit steht der Durchgangsverkehr im Stau und die Anwohner müssen das ertragen.