Wenn „Klimaschützer“ vor der „Klimakatastrophe“ warnen und Maßnahmen gegen den angeblich vom Menschen verursachten Klimawandel fordern, argumentieren sie stets damit, dass die anthropogene globale Erwärmung von fast keinem Wissenschaftler bestritten werde. So gebe es nur eine verschwindend geringe Zahl von Fachpublikationen, in denen behauptet werde, der Klimawandel resultiere aus Faktoren, die der Mensch nicht beeinflussen könne, oder finde überhaupt nicht statt. Allerdings existiert lediglich eine einzige Studie, aus der dies hervorgeht. Das ist der Aufsatz „Greater than 99% consensus on human caused climate change in the peer-reviewed scientific literature“ (In der von Experten begutachteten wissenschaftlichen Literatur besteht ein Konsens von mehr als 99 Prozent über den vom Menschen verursachten Klimawandel). Dieser erschien im Oktober 2021 in der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ und stammt von Mark Lynas, Benjamin Houlton und Simon Perry von der US-amerikanischen Cornell University beziehungsweise der Alliance for Science in Ithaca (New York).
Darin heißt es, dass 99,53 Prozent von 3000 geprüften wissenschaftlichen Arbeiten die These von der menschengemachten Klimaerwärmung stützen. Dabei gingen Lynas, Houlton und Perry aber methodisch äußerst fragwürdig vor, wie nun eine andere, im Fachblatt „Climate“ publizierte Studie enthüllt hat. Sie trägt den Titel „99%? Re-Examining the Consensus on Anthropogenic Contribution to Climate Change“ (99 Prozent? Überprüfung des Konsenses über den anthropogenen Beitrag zum Klimawandel). Als Verfasser fungierten David Dentelski, Ran Damari, Yanir Marmor, Avner Niv, Mor Roses und Yonatan Dubi, die an mehreren israelischen Spitzenuniversitäten sowie dem Weizman Institute of Science forschen.
Wie die sechs Autoren zeigen, basiert die Einschätzung der US-Wissenschaftler lediglich auf den Zusammenfassungen der untersuchten 3000 Arbeiten. Zudem lag in 282 Fällen gar kein echter Bezug zum Thema Klimawandel vor, und 2104 weitere Studien erwiesen sich als problematisch, denn die Verfasser vermieden entweder jegliche Positionierung oder äußerten Zweifel. Das hinderte Lynas, Houlton und Perry indes nicht daran, diese Veröffentlichungen allesamt so zu bewerten, dass sie den „vom Menschen verursachten Klimawandel“ für real halten, weil in den Zusammenfassungen der ausdrückliche Hinweis auf eine gegenteilige Meinung fehlte.
Von den 3000 angeführten Studien sind also nur 2718 relevant und von denen stützten 2104 die These von der anthropogenen Erwärmung nicht. Damit verbleiben 614 Publikationen, von denen manche aber gleichfalls nicht als Beleg für die Richtigkeit der Behauptungen der „Klimaschützer“ herangezogen werden können. Denn die israelischen Forscher fanden beim näheren Hinschauen erhebliche Diskrepanzen zwischen den Hauptteilen der Arbeiten und den Zusammenfassungen: Während Letztere den „menschengemachten Klimawandel“ nicht negierten, stand in den eigentlichen Texten das genaue Gegenteil.


