Auf dem Gelände der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg im Berliner Stadtteil Neukölln, Ortsteil Gropiusstadt, kam es am 11. Dezember kurz nach 10 Uhr zu einer von Schülern ausgehenden Massenschlägerei. Nach Ermittlungen soll der Anlass ein Fußball gewesen sein. Unter den rund 750 Schülern haben 81,3 Prozent einen Immigrationshintergrund.
Zunächst waren wenige, ausschließlich männliche Schüler an der Schlägerei beteiligt, aber dann wurden es immer mehr. Schließlich kam Pfefferspray zum Einsatz. Zumindest ein erwachsener Bruder der 14- bis 15-jährigen Schläger beteiligte sich an der Auseinandersetzung, als die Polizei erschien, und verletzte einen der Beamten mit einem Faustschlag ins Gesicht. Mehrere Polizisten überwältigten schließlich den 21-Jährigen, der die Beamten beleidigte und bedrohte. Lehrer, die schlichten wollten, wurden ebenfalls angegriffen. Die 52-jährige Schulleiterin, welche die prügelnden Jugendlichen trennen wollte, brach sich die Hand. Später hieß es von Seiten der Polizei, sie sei „unglücklich gefallen“.
Insgesamt sind 49 Verletzte zu bilanzieren. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren wegen Angriffs auf Polizisten, Bedrohung, Beleidigung sowie gefährlicher und einfacher Körperverletzung eingeleitet. Alle Schläger wurden nach den Personalienfeststellungen den Erziehungsberechtigten übergeben. Die angegriffenen Beamten klagten laut Polizei über Schmerzen, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Der 21-jährige Bruder eines der Schläger kam in Polizeigewahrsam.
An der Schule wurde ein sogenanntes Krisenteam einberufen. Ein Schulpsychologe wurde hinzugezogen. Die Bildungsverwaltung wurde informiert. Von dort hieß es: „Wir bleiben weiterhin im Austausch, um die bestmögliche Unterstützung für die Schule sicherzustellen.“ Marcel Hopp, Mitglied der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus und selbst mit Immigrationshintergrund, gibt sich zufrieden: „Die schnelle Einberufung des Krisenteams und der Schulpsychologen ist richtig. Wichtig ist nun, dass die Schule eine enge Betreuung und eine bedarfsgerechte Unterstützung durch die Bildungsverwaltung erhält.“
„Schulen sind Angsträume“
Hopp – früher Vorsitzender der linksradikalen Jusos in Neukölln – will den Kurs der bisherigen Schulpolitik fortsetzen: „Um einen sozialen Aufstieg und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, muss unser Schulsystem qualitativ besser und gerechter werden. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die Gemeinschaftsschule (Klasse 1-13), die sehr erfolgreich arbeitet, landesweit ausgebaut wird. Außerdem muss unser Ganztagsbetrieb besser werden. Es braucht mehr Förder-, Freizeitangebote und mehr Kooperation mit Vereinen und Trägern.“
Der AfD-Abgeordnete Thorsten Weiß erkennt dagegen grundlegende Probleme: „Es ist wirklich kein Wunder, dass Berlin keine Lehrer mehr findet, denn die Schulen der Stadt sind zu Angsträumen für Schüler und Lehrer geworden. Die Gewalt gegen Mitschüler, Lehrer und Polizisten wirft ein grelles Licht auf die in bestimmten Kreisen vorherrschende Ablehnung gegenüber unserem Land, unseren Werten und jeglicher staatlichen Autorität.“