Nein, es sind beileibe nicht die ersten Bauernproteste, die Berlin erlebt. Es gibt sie schon seit Jahren, ohne dass sie den meinungsmachenden Medien eine Erwähnung wert gewesen wären. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Trecker am Brandenburger Tor stehen. Seit Jahren wird den Bauern von der Politik das Leben schwer gemacht.
Während deutsche Landwirte von der EU mit immer mehr Tierwohl- und Umweltschutzregeln kujoniert werden, entstehen mit Unterstützung der EU Hühnerfabriken, Schweine- und Rinderzuchtanstalten in Osteuropa, für die diese Bestimmungen nicht gelten und die folglich konkurrenzlos billig produzieren können. Das Höfesterben hat längst begonnen. Theoretisch wäre Deutschland in der Lage, sich autark zu ernähren. Praktisch ist das nicht mehr möglich.
Die Lebensmittel verarbeitende Industrie ist in Größenordnungen abgewandert, dass Bauern Probleme haben, ihr Getreide, Fleisch und ihre Eier lokal verarbeiten zu lassen. Statt Brotgetreide werden „Energiepflanzen“ angebaut, weil die staatlich gefördert werden. Man darf es den Bauern, die auf diese Weise versuchen, ihre Höfe zu retten, nicht zum Vorwurf machen.
Das Sterben der deutschen Landwirtschaft ist politikgemacht. Die konventionelle Landwirtschaft soll aus Deutschland verschwinden. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern grüne Politik, die man nachlesen kann.
Warum wurden die Bauernproteste der Vergangenheit erfolgreich verschwiegen? Weil sich die Bauernverbände bisher herausgehalten haben. Die „Agrarsubvention“, deren Abschaffung die Ampel beschlossen hat, ist keine, sondern nur eine etwas niedrigere Besteuerung von Agrardiesel. Die eine Milliarde, die man von den Bauern dabei einziehen will, hat die Verbände wachgerüttelt. Der Mist auf den Straßen Berlins könnte der Abschiedsgeruch für die Ampel werden.