Unverschämte Forderung
Zu: Pharmariesen verklagen Polen (Nr. 49)
Hut ab vor der früheren PiS-Regierung in Polen. Ich hoffe nur, dass die neue Tusk-Regierung genauso standhaft ist. Ansonsten muss Präsident Andrzej Duda erstmalig von seinem Vetorecht Gebrauch machen. Polen kann den unverschämten Zahlungsforderungen (der Pharmakonzerne Pfizer und BioNTech auf Zahlung nicht benötigter Corona-Impfdosen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro, d. Red.) eiskalt abweisen und stattdessen seinerseits ein Exempel statuieren. Die EU und Deutschland wollen es sich deshalb bestimmt nicht mit der neuen, an sich EU-freundlichen polnischen Regierung verscherzen.
Carsten Zöllner, Berlin
Lederhosen in Brasilien
Zu: Pommern feiern traditionell (Nr. 49)
Wir sind wegen des sogenannten Deutschtums seit über einem Monat in Blumenau, Santa Catarina. Wir haben auch Deutsche getroffen in der dritten, vierten oder sogar fünften Generation. Nach München wird in Blumenau das zweitgrößte Oktoberfest gefeiert. Die Einheimischen verstehen unter „Deutschtum“ bayerische Lederhosen und eben das Fest der allgemeinen Besäufnisse. 20 Kilometer weiter liegt Pomerode, da sprechen noch einige Leute Deutsch, und auch diese „Pommern“ glauben, bayrisch zu leben wäre pommerisch.
In einem Land wie Brasilien, in dem Portugiesisch gesprochen wird und die Behördenvertreter Sprachverweigerer anderer Sprachen sind, wird es für eine „deutsche“ Kultur keine Zukunft geben. Die Menschen hier sind freundlich und hilfsbereit, aber deutsches Sein ist weit und breit nicht zu sehen, wenn man von bayrischer Schrammelmusik und Lederhosen absieht. Wir ziehen weiter, nach Argentinien.
Dr. Michael Holz, Blumenau/Brasilien
Gästezimmer für Migranten
Zu: Eine globale Städte-Allianz gegen die Freiheit der Bürger (Nr. 49)
Zitat aus dem vorletzten Absatz: „und integriert ihre gerechten Klimaziele …“ Hier wird mit dem Wort „gerecht“ sehr deutlich, dass es sich um ideologische Ziele handelt, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben. Wenn sich eine Gruppe Menschen im Recht befindlich fühlt, dann wird es schwierig mit jedweder Diskussion. Es muss durchgesetzt werden, und dann fallen da Worte aus der Kriegsrhetorik wie „robust“ und „bekämpfen“.
Dann auch sehr schön der Wunsch nach weniger Neubauten. Bezogen auf die Migration nach Deutschland bedeutet das vielleicht, dass das zweite oder dritte Zimmer nicht mehr Gästezimmer oder Schlafzimmer ist, sondern abgetreten werden muss für einen neuen Mitbewohner.
Bettina Wiegmann, Bispingen
Zeit für Veteranentag
Zu: „Ich verlange die Treue der Politik“ (Nr. 49)
Ein offiziell gefeierter Veteranentag wäre allen gedienten Bundeswehrsoldaten sehr zu wünschen. Es ist hoch an der Zeit. Dazu sollte man aber auch das berüchtigte „Soldaten sind Mörder“ zurücknehmen. Es würde trotzdem noch viele Jahre dauern, bis unsere Soldaten endlich ihre lange verdiente gesellschaftliche Anerkennung erreichen. Dazu gehörte dann sicher auch wie in Frankreich oder Großbritannien am Nationalfeiertag eine große Militärparade in Berlin.
Tom Prox, Nordendorf
Putins Monroe-Doktrin
Zu: Geburtsstunde einer globalen Ordnungsmacht (Nr. 48)
Vergleicht man die Monroe-Doktrin mit dem Ablauf des Ukrainekrieges, so kann man denken, Wladimir Putin hätte diese Doktrin praktiziert und erwartet, die USA würden sich an ihre eigenen Leitlinien halten. Insbesondere die Interventionsdrohung der Monroe-Doktrin kann Russland zu dem Krieg in der Ukraine angeregt haben. Nur sehen die USA dies wohl anders. Was sie gegenwärtig weltweit dürfen, ist anderen Ländern aus ihrer Sicht nicht erlaubt. Die US-Aussage „Hands off“ gilt also nur im Interesse für die USA.
Sogar die Kuba-Krise 1962 ist offenbar auf die Monroe-Doktrin zurückzuführen. US-Präsident John F. Kennedy hat so gehandelt, wie es die Doktrin durch Interventionsdrohung vorgegeben hat. Er hat die Sowjetunion mit Krieg gedroht, weil das Land in Kuba, dem „Hinterhof“ der USA, Raketen stationieren wollte.
Benno Koch, Harsefeld
Eine Strategie für die EU
Zu: „Deutschland braucht eine Strategie“ Nr. 48)
Nicht nur Deutschland braucht eine eigene Strategie, sondern auch die EU. In Europa fehlt diese schon sehr lange. Es führt zu nichts, wenn sich Politiker in Deutschland und Europa an Strategien angeblicher Freunde halten. Deutschland hat es verpasst, sich rechtzeitig in eine Führungsrolle zu bringen. Es hat viele Staaten in Europa gegeben, die dies immer wieder gefordert haben. Die EU hat es nicht geschafft, ein starkes Bündnis zu werden.
Aber vielleicht schaffen es unsere Politiker, wenigstens eine Strategie für Deutschland zu entwickeln. Mit der jetzigen Regierung scheint das unmöglich. Sobald es um Strategien geht, die Islam-Staaten oder die Ukraine betreffen, sind Politiker unseres Landes zumindest sehr engagiert.
Heinz-Peter Kröske, Hameln
Der Zorn der Senioren
Zu: Kosten steigen dramatisch (Nr. 46)
Der Aufschrei der Rentner und ihrer Lobbys über einen regelmäßigen Pflichtcheck für autofahrende Senioren war zu erwarten. So postete zum Beispiel die FDP auf Facebook zum besagten Thema einen Artikel mit der Überschrift „EU-Vorschlag viel zu bürokratisch!“.
Der Populismus pur lässt grüßen, die Partei von Christian Lindner weiß doch zu genau, dass genau das, wogegen sie jetzt wettert, in anderen Ländern bereits gängige Praxis ist. Denn, und das ist das verwerfliche an dieser Art von Politik, Eigenverantwortung reicht in Sachen „Senioren am Steuer“ nicht aus. Es bedarf einer staatlich gelenkten und gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolle. Aber man fürchtet halt den Zorn der Senioren an der Wahlurne, sonst nichts. Dafür geht man auch ein Risiko ein, dass Unfälle mit Senioren tödlich enden können.
Es ist also auch feige und verantwortungslos, sich so aus der Verantwortung als Gesetzgeber stehlen zu wollen. Denn jedes Kind weiß: Wer fit ist, der hat nichts zu befürchten, und wer das nicht ist, der hat hinter dem Lenkrad nichts mehr verloren. Aber Reformfähigkeit ist halt noch nie Deutschlands Stärke gewesen. Das führt uns immer mehr in die Mittelmäßigkeit und irgendwann ins Abseits.
Claus Reis, Schwabach
Weiter so!
Zu: Terrorkultur des Todes (Nr. 45)
Sehr schön geschrieben! Leider wieder nur einer Seite dienend. Fakt ist: über 10.000 tote Zivilisten, davon mutmaßlich über 4000 getötete Kinder. Fakt ist auch: In vier Wochen Gazakrieg sind mehr Zivilisten getötet worden als in anderthalb Jahren Ukrainekrieg. Aber wenn wir das so darstellen, dass das keine Zivilisten, sondern verdeckt operierende Hamas-Kämpfer gewesen sind, dann passt das wieder. Was machen wir nur mit den
4000 getöteten Kindern?
Ansonsten bringt die PAZ für mich einzig Licht in die Historie des ehemaligen Preußen und was daraus geworden ist. Weiter so!
John Schlemmer, Bubenreuth