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Folge 51/52-23 vom 22. Dezember 2023 / Für Sie gelesen

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 51/52-23 vom 22. Dezember 2023

Für Sie gelesen

Eine grüne Nabelschau

Mit 36 Jahren wurde Antje Kapek zur grünen Fraktionsvorsitzenden im Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Vier Jahre später führte sie ihre Partei als Spitzenkandidatin in ein Bündnis mit SPD und Linken, das sieben Jahre lang die Stadt regierte. Sie war eine der mächtigsten Frauen Berlins, bis ihr Anfang 2022 alles zu viel wurde. Kapek zog sich nach zehn Jahren an der Spitze der Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zurück. 

Es reichte ihr nicht, einfach kürzerzutreten. Kapek machte daraus einen politischen Akt. Sie gab eine schwülstige Abschiedserklärung im Abgeordnetenhaus, als würde sie nach 40 Jahren Betriebszugehörigkeit in den wohlverdienten Ruhestand wechseln. Dieser merkwürdige Auftritt ging völlig unter, weil am selben Tag der russische Angriff auf die Ukraine begonnen hatte. 

In ihrem Buch „Macht und Müdigkeit“ beklagt sie nun mangelnden Rückhalt und preist den eigenen Eifer an: „Und für diesen nahezu unmenschlichen Arbeitseinsatz, den ich Tag und Nacht erbrachte, fehlte dann auch noch die Wertschätzung.“ Sie habe sich aufgeopfert für die Berliner. Kostenfreies Mittagessen für Schüler oder ein Antidiskriminierungsgesetz – das sind die „Erfolge“, für die sie ihre Gesundheit ruiniert habe. 

Und als jemand, der Politik für einen Beruf hält und nie etwas anderes gemacht hat, glaubt sie, nur sie und ihresgleichen hätten stresserfüllte Tage. Als sie nach ihrem Teilrückzug Nachrichten von Fremden bekam, wurde ihr klar, dass auch andere Menschen unter Stress leiden: „Für mich waren diese Gespräche, Mails und Briefe augenöffnend. Denn mir wurde bewusst, dass nicht nur Politiker*innen, sondern unsere gesamte Gesellschaft erschöpft ist.“ 

Ihr Buch ist eine grüne Nabelschau vom Feinsten. Eine Frau, die nie im wahren Leben gearbeitet hat und jeden Monat mehr als 10.000 Euro vom Steuerzahler aufs Konto überwiesen bekam, schreibt darüber, wie hart das Leben doch ist. Schuld an der weitverbreiteten Müdigkeit seien Kapitalismus, Rassismus, Ausbeutung und das Patriarchat. Dagegen helfen laut Kapek eine Vier-Tage-Woche, höhere Steuern und ein üppigerer Mindestlohn. Für die unterdrückten Frauen wären zusätzliche Urlaubstage während ihrer Regelperiode angemessen. Ein grünes Bullerbü eben.

Nach gut anderthalb Jahren Rekonvaleszenz ist Kapek jetzt zurück. Sie hält leidenschaftliche Reden und hat das Buch veröffentlicht, mit dem sie sich wieder in die Schlagzeilen katapultiert hat. Ihr ist zugutezuhalten, dass sie vorsichtige Kritik an übertriebenen Corona-Maßnahmen übt. Ihr Buch offenbart aber eine grüne Weltfremdheit, die ihresgleichen sucht: nie gearbeitet. Nichts erreicht außer Steuergeld anderer Leute verprasst. Dabei selbst Bestverdiener. Zurückziehen und Frauenfeindlichkeit beklagen, wenn der politische Wind zu rau wird. Selbstgerechtigkeit pur. Harald Fourier

Antje Kapek: „Macht und Müdigkeit. Eine überfällige Kritik unserer Politik der Selbstausbeutung“, Kösel Verlag 2023, gebunden, 240 Seiten, 22 Euro


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