Alarmismus allenthalben: Nachdem der für die AfD kandidierende Handwerksmeister Tim Lochner, der fest im Wirtschafts- und Vereinsleben Pirnas verwurzelt ist und früher der CDU angehört hatte, zum neuen Oberbürgermeister der Kreisstadt gewählt worden war, präsentierte das öffentlich-rechtliche Fernsehen einen Bürger der Stadt, der sagte, er wage sich nun „wegen der Nazis“ nicht mehr auf die Straße.
Darüber hinaus hagelte es unzählige Warnungen von verschiedensten Seiten: Unter Lochner drohe eine „Politik der sozialen Kälte“, warnte die Kreisvorsitzende der Linkspartei, Lisa Thea Steiner, während der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh prognostizierte: „Leiden werden die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft, Geflüchtete, der Wohlstand und das Image der Stadt.“ Und die „Süddeutsche Zeitung“ suggerierte sogar, dass Lochner einen Ausverkauf Pirnas an chinesische Großinvestoren einleiten könnte.
Ende grüner Verkehrsträume
Dabei kündigte der neue Oberbürgermeister der Stadt bislang nur wenig spektakuläre, aber dafür populäre Maßnahmen an: Er werde als erstes den Dienstwagen für das Stadtoberhaupt einmotten und dann den „grünen Verkehrsträumen“ ein Ende setzen.
Dazu gehöre die Abschaffung des kostenlosen Parkens für E-Fahrzeuge und unsinniger Regelungen zugunsten von Fahrradfahrern, der Stopp der Errichtung von steuerfinanzierten Fahrradgaragen und das Ende der ständigen Verknappung von Parkplätzen in Kombination mit Erhöhungen der Parkgebühren. Stattdessen solle die Zahl der Parkmöglichkeiten in der Stadt verdoppelt werden. Und auch im Rathaus, dessen historisches Portal Lochner früher sogar selbst restauriert hat, will das neue Stadtoberhaupt für frischen Wind sorgen. So beispielsweise durch eine bessere Erreichbarkeit der Ämter für die Bürger sowie den Verzicht auf politische Gesten wie das Hissen von Regenbogenfahnen oder die Teilnahme an Klimaschutz-Wettbewerben.
Ebenso dürfte er alles ihm Mögliche versuchen, um die Zahl der Immigranten in Pirna, die sich derzeit bereits auf gut 3100 beläuft, nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Darauf deutet sein Verweis darauf hin, dass es mittlerweile Schulklassen in Pirna mit einem Ausländeranteil von 38 Prozent gebe, weshalb man durchaus vom „Austausch der einheimischen Bevölkerung“ sprechen könne. Außerdem kündigte Lochner an, die Mitarbeiter im Rathaus „auf Loyalität zu prüfen“. Den Anlass für diese Maßnahme dürften die hasserfüllten Reaktionen auf seine Wahl gegeben haben.
Während ein Leipziger Grünen-Politiker der britischen Luftwaffe nahelegte, Pirna wie einst Dresden zu zerstören, und der ehemalige MDR-Moderator und prominente Wettermann Jörg Kachelmann Lochners Wähler als „faschistoides Pack“ bezeichnete, sieht sich der neue Pirnaer Oberbürgermeister massiven persönlichen Bedrohungen seitens der Antifa ausgesetzt.
Überdies werden seine Firma sowie sein Ferienhof Lohengrin im Internet mit schlechten Bewertungen bombardiert. Und die politische Konkurrenz wartet selbstverständlich auf Fehler Lochners. Vor diesem Hintergrund möchte sich der Attackierte offenbar der vollen Loyalität im eigenen Haus versichern. W.K.


