China plant Atomfrachter
Schanghai – Die zur China State Shipbuilding Corporation gehörende Jiangnan-Werft in Schanghai, die bereits zwei der größten Containerschiffe der Welt namens „Ever Apex“ und „Ever Atop“ mit einer Transportkapazität von 24.000 20-Fuß-ISO-Standardcontainern ausgeliefert hat, gab auf der Schifffahrtsmesse Marintec China 2023 bekannt, dass sie ein Containerschiff mit Nuklearantrieb bauen will. Die „KUN-24AP“ soll ebenfalls 24.000 Container aufnehmen können und einen modernen sowie auch sehr betriebssicheren Hochtemperatur-Flüssigsalzreaktor erhalten, der mit Thorium statt Uran betrieben wird. Als Grund für diese Entscheidung gab die Jiangnan-Werft an, dass ein Kernantrieb das beste Mittel sei, um den immer strengeren Anforderungen an die Energieeffizienz und Emissionsreduktion bei Containerfrachtern gerecht zu werden. Mit dem neuen Schiffstyp komme man tatsächlich auf „Null Emissionen“ während des Betriebs.W.K.
EU geht gegen X (Twitter) vor
Brüssel – Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, hat mitgeteilt, dass die EU vor Weihnachten ein formelles Vertragsverletzungsverfahren gegen Elon Musks Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter, eingeleitet hat. Seit dem 25. August sind in Europa präsente IT-Unternehmen aufgrund des Digital Services Act der EU verpflichtet, gegen illegale Inhalte auf ihren Plattformen vorzugehen und Meldestellen zur Entgegennahme von Beschwerden einzurichten. Breton wirft X vor, diesen Vorgaben nicht in ausreichendem Maße nachgekommen zu sein. Deshalb finde man hier besonders viele „Falschinformationen“ und „Hassreden“. Der Franzose bezog sich dabei nicht zuletzt auf angeblich irreführende und strafbare Wortmeldungen via X zum Gazakonflikt. Im Falle einer Verurteilung in dem Verfahren drohen X erhebliche Strafzahlungen in Höhe von sechs Prozent des Gesamtjahresumsatzes.W.K.
Prognosen für die Zinsen
Wien / Frankfurt am Main – „Auch wenn wir mit zehn ununterbrochenen Zinserhöhungen eine in der Geschichte der EZB beispiellose Serie an Anhebungen hinter uns haben, gibt es auch für das Jahr 2024 noch keinerlei Garantie für Zinssenkungen“, ließ der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, Robert Holzmann, vorletzten Donnerstag verlauten. Laut dem Österreicher sind die fortgesetzten Zinserhöhungen Teil einer geldpolitischen Normalisierung. Zwar zeige diese bereits ihre Wirkung im Rückgang der Inflation, doch sei es verfrüht, bereits an Zinssenkungen zu denken. Thorsten Polleit, Chefökonom der Degussa Goldhandel GmbH, prognostiziert dagegen nicht nur für die US-Notenbank, sondern auch für die EZB eine Zinssenkung. Er erwarte für dieses Jahr deflationäre Tendenzen in den USA und der Eurozone, die den Zentralbanken freie Hand für starke Zinssenkungen geben würden. H.M.


