30.04.2026

Preußische Allgemeine Zeitung Zeitung für Deutschland · Das Ostpreußenblatt · Pommersche Zeitung

Suchen und finden
Folge 01-24 vom 05. Januar 2024 / Jahreswechsel in Cranz / Russische Touristen als Preistreiber / Bezahlbare Hotels waren bereits im November ausgebucht – 20 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 01-24 vom 05. Januar 2024

Jahreswechsel in Cranz
Russische Touristen als Preistreiber
Bezahlbare Hotels waren bereits im November ausgebucht – 20 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr
Jurij Tschernyschew

Im Ostsee-Kurort Cranz übertraf an diesem Jahreswechsel die Länge der in den Straßen aufgehängten Neujahrsgirlanden die Länge der Strandpromenade. Die glitzernden Lichter von Cranz erstreckten sich über vier Kilometer.

Die Fußgängerzone im Cranzer Zentrum war von den Geschäftsinhabern selbst geschmückt worden. Um die Vielfalt und Buntheit der Beleuchtung zu fördern, hatte die Stadtverwaltung einen Wettbewerb veranstaltet und Preise für die besten Dekorationen vergeben. Einen ähnlichen Wettbewerb gab es auch für Wohnungseigentümer. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen – Cranz erstrahlte bereits einen Monat vor dem Jahreswechsel in allen Farben. Und das nicht ohne Grund, denn für Neujahr wurde ein neuer Rekord bei der Touristenanzahl erwartet.

Auf der Liste der beliebtesten Reiseziele für den Neujahrsurlaub standen diesmal die Skigebiete in der Region Krasnodar und im Kaukasus. Am häufigsten werden jedoch Ausflugstouren ins nördliche Ostpreußen gebucht. Die Zahl der Buchungen war im Vergleich zum Vorjahr um etwa 20 Prozent gestiegen. Schon Ende November gab es auf den Websites der russischen Reiseveranstalter nur noch wenige Angebote. Die durchschnittlichen Kosten für eine Reise in die Region lagen umgerechnet bei rund 800 Euro. In diesem Betrag waren ein Flug für zwei Personen in der Economy-Klasse sowie eine Woche Unterkunft in einem Standardzimmer eines Drei-Sterne-Hotels enthalten.

Zu den teuersten Offerten zählten einwöchige Aufenthalte in den Kurorten und auf der Kurischen Nehrung. Für die Summe von knapp 900 bis 1300 Euro wurden Unterkünfte in Drei- oder Vier-Sterne-Hotels mit Frühstück und Flüge angeboten.

Ostpreußen günstiger als die Türkei

Eine selbst organisierte Silvesterreise ins Königsberger Gebiet ohne Pauschalreise für zwei Personen kostete deutlich mehr – etwa 1500 Euro. Ein erheblicher Teil der Kosten musste für einen Flug ausgegeben werden – der Preis für ein Ticket von Moskau nach Königsberg-Powunden für zwei Personen betrug knapp 600 Euro. Zugfahrkarten für Ende Dezember und Anfang Januar waren nicht mehr verfügbar.

Insgesamt sind die Preise für Reisen ins nördliche Ostpreußen drastisch gestiegen. Verglichen mit den Kosten für Reisen in warme Länder wie die Türkei, für welche die Russen bei den preiswertesten Anbietern bereits ab 3000 Euro berappen müssen, sind die Preise im Königsberger Gebiet eine günstige Alternative, wenn auch mit schlechterem Wetter gerechnet werden muss.

Die Nachfrage nach Urlaub im Königsberger Gebiet hat jedoch nicht nur zu einem Anstieg der Flugticketpreise geführt. Für die Bewohner des Gebiets hat sich das Leben durch den Touristenansturm empfindlich verteuert. Zu spüren ist das vor allem bei den Kosten für eine Taxifahrt, für Café- und Restaurantbesuche sowie für Lebensmittel. Nachdem die Preise bereits aufgrund der allgemeinen Inflation drastisch gestiegen sind, wirkt sich im Königsberger Gebiet nun zusätzlich der „touristische Faktor“ negativ aus. Die Kaufkraft der Touristen treibt die Preise in die Höhe, und die Einwohner haben das Nachsehen.