Falun Gong ist ein „System der Kultivierung von Körper und Geist“ auf der Basis traditioneller Meditationstechniken und buddhistischer Lehren, das in der Volksrepublik China im Laufe der 1990er Jahre erhebliche Popularität erlangte. Während die Kommunistische Partei des Landes (KPCh) lediglich 70 Millionen Mitglieder zählte, gab es bald mehr als 100 Millionen Falun-Gong-Anhänger. Deshalb startete die KPCh auf Anweisung des damaligen Partei- und Staatschefs Jiang Zemin am 20. Juli 1999 eine Kampagne zur „Ausrottung von Falun Gong“.
In diesem Zusammenhang kam es auch zur Inhaftierung von unzähligen Falun-Gong-Praktizierenden in Arbeits- und Umerziehungslagern oder Gefängnissen. Doch damit nicht genug: Wie aus zwei Untersuchungsberichten des ehemaligen kanadischen Staatssekretärs und Staatsanwaltes David Kilgour und des kanadischen Menschenrechtsanwaltes David Matas aus den Jahren 2006 und 2016 sowie den wiederholten Enthüllungen der World Organization to Investigate the Persecution of Falun Gong (WOIPFG) hervorgeht, fanden zwischen dem Beginn der Unterdrückung und dem Jahr 2016 rund zwei Millionen Organtransplantationen in China statt, obwohl das Land über kein funktionierendes Organspendesystem verfügte.
Eine logische Erklärung dafür wäre, dass in Haft befindliche Falun-Gong-Mitglieder sowie auch Angehörige weiterer „staatsfeindlicher“ Gruppierungen beziehungsweise nationaler oder religiöser Minderheiten wie Tibeter, Uiguren und Christen ebenso heimlich wie systematisch durch zwangsweise Organentnahmen getötet wurden.
An dieser verbrecherischen Praxis hat sich ganz offensichtlich bis heute nichts geändert. Das zeigt unter anderem ein aktueller Bericht der WOIPFG vom 22. November vergangenen Jahres, welcher auf Recherchen in 32 Krankenhäusern in 23 chinesischen Provinzen beziehungsweise 36 konkreten Zeugenaussagen von Beteiligten basiert. W.K.


