16.05.2026

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Folge 03-24 vom 19. Januar 2024 / Pandemie / Wie es den Corona-Gewinnlern heute ergeht / Bei Hellofresh, TeamViewer, Zoom und Peloton blickt man skeptisch in die Zukunft

© Preußische Allgemeine Zeitung / Folge 03-24 vom 19. Januar 2024

Pandemie
Wie es den Corona-Gewinnlern heute ergeht
Bei Hellofresh, TeamViewer, Zoom und Peloton blickt man skeptisch in die Zukunft
Wolfgang Kaufmann

Die Corona-Krise produzierte viele Verlierer, denen einige wenige Profiteure gegenüberstanden. Zu Letzteren gehörten neben den Impfstoffherstellern und Krankenhauskonzernen auch Unternehmen wie TeamViewer, Zoom, Peloton und Hellofresh. Diese verkauften entweder technische Lösungen für Internet-Videokonferenzen für die Millionen von Heimarbeitern rund um den Globus oder ermöglichten das Training in Zeiten geschlossener Fitness-Studios beziehungsweise das bequeme Kochen zu Hause. Allerdings ist ihr Höhenflug inzwischen wieder vorbei.

TeamViewer mit Hauptsitz im baden-württembergischen Göppingen registrierte 2020 zunächst eine enorme Nachfrage nach seiner Software für Videochats, sodass der Umsatz um 60 Prozent in die Höhe schnellte. Daraufhin schloss das Unternehmen teure Sponsorenverträge mit dem Formel-1-Team von Mercedes und dem britischen Fußballverein Manchester United. Das sollte sich rächen, als der Umsatz Ende 2020 einbrach. Heute liegt der Börsenkurs der TeamViewer-Aktie um etwa 75 Prozent niedriger als beim Allzeithoch im Juli 2020.

Ähnliche Probleme nach einem anfänglichen Aufschwung dank Corona hatte auch der US-amerikanische Anbieter von Videokonferenztechnik Zoom Video Communications aus dem kalifornischen Silicon Valley. Auf sehr gute Zahlen im ersten Halbjahr 2020, die Hoffnungen auf eine Verdreifachung des Gewinns weckten, folgte die Ernüchterung. Dennoch versprach die Unternehmensführung weiterhin grandiose Wachstumsraten. Dem stand Ende 2021 ein Corona-Umsatzplus von lediglich 30 Prozent gegenüber, sodass der Aktienkurs von Zoom um zehn Prozent nachgab. 2023 folgte dann die Ankündigung einer drastischen Reduzierung der Belegschaft.

Anlässlich der Schließung der Fitness-Studios während der Jahre 2020 und 2021 avancierte Peloton Interactive aus New York City zum neuen Stern am US-Wirtschaftshimmel. Bis Februar 2021 kletterte der Quartalsumsatz des Anbieters von Trainingsgeräten, die ihren Benutzern erlauben, per Fernzugriff an Kursen teilzunehmen, auf über eine Milliarde US-Dollar. Zwölf Monate später stand jeder fünfte Job bei Peloton zur Disposition und der Börsenwert fiel von vormals 50 auf acht Milliarden Dollar. Doch es kam noch schlimmer. Mitte 2023 lag das Unternehmen mit 1,2 Milliarden im Minus. Das resultierte unter anderem aus dem Bau einer neuen Fabrik für Fitnessgeräte, die sich angesichts der stark gesunkenen Nachfrage als Fehlinvestition erwies.

Dann wäre da noch Hellofresh in Berlin. Der Anbieter sogenannter Kochboxen mit Zutaten und Rezepten für Gerichte zum Selberzubereiten am heimischen Herd profitierte ganz massiv von den staatlichen Restriktionen gegenüber der Gastronomie und vermeldete im November 2020 ein sattes Umsatzplus von 120 Prozent. Zwei Jahre darauf folgte der Einbruch, denn viele neue Kunden aus der Corona-Zeit waren wieder abgesprungen, was den Gewinn deutlich schmälerte. Seitdem blickt man bei Hellofresh ebenso skeptisch in die Zukunft wie in den Führungsetagen von TeamViewer, Zoom und Peloton.