Am 1. Januar unterzeichneten 231 aktive Angehörige und Veteranen der US-Streitkräfte einen offenen Brief an das amerikanische Volk, in dem sie drohten, alle militärischen Führer ihres Landes bis hinauf zu den Generalstabschefs, welche mit der Durchsetzung der COVID-19-Impfpflicht „das Gesetz gebrochen haben, aus dem Ruhestand zu holen und Militärtribunale einzuberufen, um sie für ihre Verbrechen zu verurteilen“.
Zur Erreichung dieses Ziels wollen die Verfasser um Commander Robert Green in den kommenden Jahren für den Kongress kandidieren und dort entsprechende juristische Initiativen auf den Weg bringen. Sie betrachten den Corona-Impfzwang nur als Höhepunkt der „umfassenden Zerstörung“ einer der ältesten und wichtigsten nationalen Institutionen der Vereinigten Staaten „von innen heraus“. Daher wollen sie allen Menschen in ihrem sozialen Umfeld abraten, in die Streitkräfte einzutreten, solange diese nicht wieder eine „Institution der Ehre und der Moral“ seien.
Das Gleiche tun derzeit schon zahlreiche andere ehemalige US-Militärangehörige, wobei deren Botschaften meist an die eigenen Kinder adressiert sind, was für etliche amerikanische Familien das Ende einer langen Tradition bedeuten könnte. Auch in diesem Fall spielt die Impfpflicht eine wesentliche Rolle. Dazu kommt der Unmut über die Einführung der „Agenda für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion“, weil diese ein toxisches Umfeld geschaffen habe.
Hierzu sagte der frühere Marineoffizier Brian Wilson: „Ich will in keiner Truppe dienen, die sich einem wütenden Mob beugt und gottloses Verhalten in den eigenen Reihen fördert, anstatt Krieger zu suchen und auszubilden, die kritisch denken und bereit sind, ihr Land zu verteidigen.“ Noch weniger könne er dies seinen Söhnen zumuten. Als weiteres Ärgernis gilt der als schmachvoll empfundene Rückzug aus Afghanistan, den der Ex-Major des Marinekorps Stephen Simmons folgendermaßen kommentierte: „Das Militär ist auf Vertrauen aufgebaut, und ich habe das Vertrauen in die militärische Führung verloren.“ Des Weiteren stellte Simmons fest: „Leider ist das Militär damit beschäftigt, jede neue politische Modeerscheinung zu übernehmen, anstatt sich auf den Krieg vorzubereiten.“
Das ist auch die Meinung des pensionierten Vizeadmirals und Coast Guard Atlantic Area Commanders William Lee: Bestimmte politische Kreise hätten die US-Streitkräfte „erfolgreich dazu gezwungen, einen Kniefall vor Ideologien zu machen, die nicht nur spalterisch, sondern in einigen Fällen geradezu unmoralisch sind“.
Widerstand regt sich darüber hinaus an der traditionsreichen Militärakademie von West Point. Diese wurde kürzlich von der konservativen Organisation Students for Fair Admissions (Studenten für eine faire Zulassungspolitik) verklagt, weil sie sich bei der Aufnahme der Offiziersbewerber neuerdings zu sehr auf die Rasse konzentriere und Weiße benachteilige, „anstatt künftige Kadetten auf der Grundlage objektiver Kriterien und ihres Führungspotentials“ auszuwählen.


